Katzenkastrationsaktion 2025 - Lob und Kritik
Als aller erstes muss ich dem Land Niedersachsen, der Tierärztekammer Niedersachsen, und dem Deutschen Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. sowie anderen Spendern danken, dass wieder einmal diese wichtige Tierschutz-Aktion zu Stande gekommen ist.
Gerade bei uns im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es immer noch viel zu viele Streuner-Katzen, obwohl in den letzten Jahren bei ähnlichen Aktionen und durch die Tierfreunde Wendland schon einige Hundert Tiere kastriert wurden.
Viele Tierärzte im Landkreis Lüchow-Dannenberg nehmen aktiv an dieser Katzenkastrationsaktion teil und verzichten gleichzeitig auf einen großen Teil Ihres Einkommens (40,- € pro Tier wird nicht berechnet und gehen als Spende an die Organisationen zurück).
Dieses mal reichte das Geld immerhin von Montag (17.3.25) bis Donnerstag (18.3.25) und wir konnten in der Zeit bei uns wieder einmal 38 Tiere kastrieren.
Leider gibt es trotzdem einige Schwachpunkte an diesem Konzept, die besonders hier bei uns im Landkreis zum Tragen kommen.
1. Der Zeitpunkt der diesjährigen Aktion:
Mitte März bis Ende April ist suboptimal, da dann mit Sicherheit schon wieder einige Tiere tragend sein werden.
Bei wilden Katzen ist dieses aber nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen und manchmal auch nicht auf den zweiten, sodass der Tierarzt das erst NACH der Narkose bemerkt.
Dann sind die Embryos aber durch die Narkose meistens so geschädigt, dass nur noch eine komplette Hysterektomie möglich ist.
Der gewünschte Effekt - die Kastration des Tieres - ist zwar damit auch erreicht, doch ist das eine extrem belastende Operation für die Katze und für den Tierarzt auch nicht gerade schön.
Hier einmal eine tragende Katze während der Operation
Durch Klicken auf das Bild verschwinden die Pixel für diejenigen, die es wirklich sehen mögen.
Auch die Termine im Herbst/Winter liegen oft zu spät. Auch dann können die Katzen schon tragend sein. Hier wäre Mitte August bis Ende September auch ein besserer Zeitpunkt.
2. Begrenzung der Anzahl pro Tag
Gerade in Flächen-Landkreisen ist die Organisation und Logistik für so eine Aktion nicht immer einfach, zumal es hier nicht einmal ein Tierheim gibt, sondern "nur" spendenfinanzierte Vereine.
Auch die Tierarztpraxen sind in der Hochzeit mit bis zu 10 Kastrationen an einem Tag so ausgelastet, dass kaum noch Zeit für die laufende Praxis bleibt.
Da allgemein bekannt ist, dass das Geld nie lange reicht, sind die ersten Tage schon extrem stressig für Mensch und Tier.
Da allgemein bekannt ist, dass das Geld nie lange reicht, sind die ersten Tage schon extrem stressig für Mensch und Tier.
Sinnvoll wäre meines Erachtens nicht nur eine Begrenzung auf 40 Kastrationen pro Tierarztpraxis / Klinik sondern auch auf 5 Tiere pro Tag.
Dann hätten auch kleine Tierarztpraxen und Flächenlandkreise mehr Ruhe und Zeit, die Tiere geordnet einzufangen und kastrieren zu lassen.
So wie es jetzt läuft, ist das Geld nach maximal einer Woche (meistens sogar noch früher) alle und jeder versucht in den ersten paar Tagen auf Teufel komm raus Tiere in seiner Umgebung zu fangen und zu kastrieren.
3. Finanzielle Ausstattung
Auch wenn 163.000,- € vom Land + 65.000,- € Spende von Vereinen eine große Summe zu sein scheint, ist das doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Selbst mit dem Verdienstverzicht der Tierärzte, die teilweise praktisch zum Selbstkostenpreis arbeiten, reicht das Geld auch nur für knapp 1700 Tiere in ganz Niedersachsen.
Wenn man aber weiß, dass es bei uns Höfe, Orte oder Grundstücke gibt, wo alleine über 20 Tiere sich wild durcheinander vermehren, ist der Bedarf um ein Vielfaches höher.
4. Durchsetzung der Gesetze
In allen Samtgemeinden im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es seit Jahren die Kastrations- und Chippflicht. Jede Katze (oder Kater) über 3 Monate, der Freigänger ist, muss gechippt und mit 5 Monaten kastriert sein.Trotzdem kennt jeder jemanden im Dorf, der sich einfach nicht daran hält.
Es sind Strafen bis zu 5.000,- € möglich, doch niemand setzt diese durch. Selbst nach Meldung an die zuständigen Behörde.
5. Konsequentere Aufklärung
In vielen Dörfern gibt es sog. "Futterplätze" wo sich um die armen streunenden Tiere "gekümmert" wird. Das reicht aber nicht und bewirkt teilweise genau das Gegenteil, denn eine gut genährte Katze bring mehr Kitten zu Welt als eine, die sich nur von Mäusen ernähren muss.
Damit wird das Elend und die Anzahl der Streuner letztlich nur erhöht.
Der einzige Sinn und Zweck von Futterstellen sollte es sein Tiere anzulocken, um sie dann einzufangen und zu kastrieren.
Die kastrierten Tiere können dann gerne weiter gefüttert werden, doch ist der Teufelskreis aus Füttern - Vermehren - noch mehr Füttern wenigstens unterbrochen.
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