Posts mit dem Label Zwingerhusten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zwingerhusten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 9. August 2025

Tollwut in Lüchow-Dannenberg bei einer Fledermaus!


Tollwut in Lüchow-Dannenberg bei einer Fledermaus!


Siehe Artikel: 
https://www.luechow-dannenberg.de/portal/meldungen/tollwut-bei-fledermaus-im-landkreis-nachgewiesen-impfschutz-fuer-haustiere-ueberpruefen-900000446-38100.html



Alle unsere Impfempfehlungen werden von uns immer aufgrund des zur Zeit vorherrschenden Infektionsdruckes und der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Vet gegeben.

Dass es bei Fledermäusen die (aviäre) Tollwut auch in Deutschland noch gibt war bekannt.
Doch die urbane Tollwut ist seit Jahren nicht mehr nachgewiesen worden.
Auch in Lüchow-Dannenberg gibt es bisher und seit Ewigkeiten keinen einzigen positiven Tollwutfall mehr. Weder bei Füchsen, noch bei Waschbären, Hunden, Katzen oder Menschen.

Es ist also immer noch kein Grund zur Panik.

Doch mit der oben stehenden Information haben sich die Gegebenheiten hier zum Teil geändert.

Wir empfehlen deswegen ab jetzt wieder regelmäßig die Tollwutimpfung!
Kontrollieren Sie bitte Ihren Impfpass.
(Das 3. Datum ist der nächste Impftermin.)

Impfempfehlung Tollwut Grundimmunisierung:

1. Impfung --> Impfschutz nach 21 Tagen
2. Impfung nach einem Jahr

Folgeimpfungen / Nachimpfungen:

Alle 3 Jahre

--> Wem wir empfohlen haben, auf die Tollwutimpfung zu verzichten und wer diese jetzt noch nachholen möchte, sagt uns dieses bitte, dann finden wir eine gute Lösung...

Schauen Sie in Ihren Impfpass, ob der Tollwut-Impfschutz noch aktuell ist (das ist das 3. Datum, was da steht) und machen Sie dann am besten gleich einen Termin in unserer Praxis unter https://DocGoy.de:


Fassen Sie grundsätzlich keine verletzten Wildtiere mit bloßen Händen an. Es können noch viele andere Krankheiten übertragen werden, nicht nur Tollwut.
https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tiergesundheit/zoonosen/tollwut-kranke-tiere-nicht-anfassen-93040.html


"Da die Fledermausviren durch Haussäugetiere nicht weitergegeben werden, stellt die
Fledermaustollwut keine Gefahr für unsere Hunde- und Katzenpopulationen dar. Für das
Einzeltier besteht allenfalls bei einem direkten Kontakt mit einer Fledermaus ein sehr geringes Infektionsrisiko. Da das Risiko des direkten Kontaktes von Hunden und Katzen mit einer
Fledermaus in Deutschland als gering ein - geschätzt wird, rechtfertigt auch dieses Szenario die Empfehlung einer flächendeckenden Core-Komponenten-Impfung nicht.
Menschen sollten nach einem Biss durch eine Fledermaus einen Arzt aufsuchen. Je nach
den näheren Umständen kann in solch einem Fall eine Impfung mit einem der verfügbaren
Tollwutimpfstoffe sowie ggf. eine Behandlung mit dem entsprechenden Immunglobulin erwogen werden." (Bundestierärztekammer: Die Neubewertung der Impfung gegen Tollwut).

Weitere Links zum Thema Tollwut: 

Donnerstag, 18. April 2024

Warum wir nicht mehr jedes Tier gegen Tollwut impfen ...


NEU! Aufgrund einer Tollwutnachweises bei einer Fledermaus in Lüchow-Dannenberg empfehlen wir jetzt doch wieder die regelmäßige Tollwutimpfung! (s. Blogartikel)

Warum wir nicht mehr jedes Tier gegen Tollwut impfen ...


Ich kann mich auch noch an die roten Schilder unter den Ortsschildern erinnern mit "Tollwut gefährdeter Bezirk", doch das ist lange her. Dank der oralen Impfköder besonders für Füchse, die in den 80er Jahren ausgelegt wurden, hat sich vieles geändert.
Seit 2006 ist Tollwut bei Wildtieren und Haustieren in Deutschland nicht mehr aufgetreten.

Jede Impfung, so gut sie auch getestet und verträglich ist, bedeutet eine Belastung für das Tier.
Grundsätzlich gilt in unserer Praxis: "So viel wie nötig und so wenig wie möglich!"
Deswegen gehört die Tollwut-Impfung nicht mehr in unser Standart-Repertoire.

  • Wenn Sie mit dem Hund oder der Katze ins Ausland wollen, also über die Grenze fahren und wieder zurück nach Deutschland wollen, ist eine Tollwutimpfung nach wie vor Pflicht.
  • Wenn Sie sicherheitshalber weiterhin eine Tollwutimpfung für Ihr(e) Tier(e) wollen, ist das überhaupt kein Problem, dann impfen wir natürlich auch gegen Tollwut.
  • Wenn sich die Gefährdungslage in Deutschland hinsichtlich der Verbreitung von terrestrischen Tollwut ändert, ist mit einer Impfung nach 4 Wochen der Impfschutz wieder da.
  • Wenn sich die Einschätzung der für uns ausschlaggebenden Kommission (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut) ändert, ändern wir natürlich dementsprechend auch unsere Standart-Impf-Empfehlung.

Doch zur Zeit besteht eben keine grundsätzliche Impfempfehlung mehr für Tollwut innerhalb Deutschlands. 

Letztlich ist es Ihre Entscheidung, ob Ihr Tier (Hund oder Katze) weiterhin gegen Tollwut mit geimpft werden soll oder nicht, bzw. ob Sie mit dem Tier außerhalb von Deutschland in den Urlaub fahren wollen.

Tollwut

"Eine Impfung gegen Tollwut gilt nur noch als Non-Core-Vakzinierung, da die terrestrische Tollwut in Deutschland getilgt ist. Aufgrund der Tollwutfreiheit ist die flächendeckende Impfung von Hunden nicht mehr erforderlich. Auch für Jagd- und Arbeitshunde besteht kein erhöhtes Risiko mehr, mit einem tollwütigen oder seuchenverdächtigen Tier in Kontakt zu kommen. Allerdings sieht die nationale Tollwutverordnung zum Schutz von Menschen und Tieren bislang unverändert massive, behördliche Maßnahmen für den theoretisch möglichen Fall vor, dass ein nicht gegen Tollwut geimpfter Hund mit einem tollwütigen oder seuchenverdächtigen Tier in Kontakt kommt. Geimpfte Hunde dürfen in diesem Fall dagegen unter behördlicher Beobachtung zu Hause gehalten werden. Eine Impfung entsprechend der Herstellerangaben ab einem Lebensalter von 12 Wochen ist für diese Besserstellung gemäß Tollwutverordnung ausreichend. Die Impfung nach Herstellerangaben ist auch für Hunde erforderlich, die innergemeinschaftlich verbracht werden oder die ihre Besitzer auf grenzüberschreitenden Reisen begleiten sollen. Für Reisen in bestimmte Länder außerhalb der Europäischen Union wird darüber hinaus der Nachweis eines Antikörpertiters von ≥ 0,5 IE/ ml gefordert. Eine Grundimmunisierung bestehend aus drei Impfungen im Alter von 12 und 16 Wochen sowie 15 Lebensmonaten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere einen derartigen Antikörpertiter erreichen. Ein derartiges Impfschema dient nur dazu den erforderlichen Antikörpertiter zu erreichen. Es geht über die Anforderungen der Tollwutverordnung hinaus."

Faktenlage zur Tollwut in Deutschland:

  • 2001 war ein Marder der letzte Tollwutfall in Deutschland. 
  • 1990 der letzte Mensch in Deutschland durch einen Tierbiß (Fuchs) an Tollwut verstorben.
  • 2007 der letzte Mensch in D an Tollwut erkrankt durch Hundebiss in Marokko.
  • Keine akute Tollwut-Gefahr für Mensch und Hund (und Katze) in Deutschland.
  • In Fledermäusen ist die aviäre Tollwut durchaus noch verbreitet nachweisbar, eine Ansteckung durch Fledermäuse jedoch höchst unwahrscheinlich.
  • In den letzten Jahrzehnten gab es insgesamt 5 Tollwutfälle bei Säugetieren in ganz Europa durch das Fledermaus-Tollwutvirus.
  • Tollwut gehört laut Stiko Vet seit 2021 nicht mehr zu den sog. "Core-Impfungen" in Deutschland für Hunde und Katzen

Tollwutgefahr besteht weiterhin:

  • Bei Kontakt mit Fledermäusen auch in Deutschland

Unser momentanes Impfschema:


Als Grundimmunisierung der Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren. Folgende Impfungen werden für das entsprechende Lebensalter empfohlen:

8.       Lebenswoche: Parvovirose, Staupe, Leptospirose (Bei uns nur in Zuchten)
12.     Lebenswoche: Parvovirose, Staupe, Leptospirose [+Parainfluenca & HCC im Kombiimpfstoff]
16.     Lebenswoche: Parvovirose, Staupe (+Tollwut bei Auslandsreisen) 
[+Parainfluenca & HCC im Kombiimpfstoff]
15.     Lebensmonat: Parvovirose, Staupe, Leptospirose 
[+Parainfluenca & HCC im Kombiimpfstoff]

Wiederholungsimpfungen je nach Stiko-Empfehlungen, Herstellerangaben, Infektionsdruck, Verfügbarkeit der Impfstoffe, Besitzerwünsche oder Auslandsreisen

  • Leptospirose: zwingend jährlich
  • Staupe: alle 2 - 3 Jahre - hier bei uns machen wir das auch jährlich wegen der aktuellen Seuchenlage
  • Tollwut: entweder gar nicht oder alle 2 - 3 Jahre bei Auslandsreisen
  • Borreliose: nur auf ausdrücklichen Wunsch
  • Leishmaniose: wenn Sie in den Urlaub in Südliche Länder fahren wollen
  • Herpesviren: nur nach Bedarf und Wunsch
  • Dermatophyten: nur nach Bedarf und Wunsch


Zusätzlich, der Vollständigkeitshalber, empfehlen wir dringend eine ganzjährige Prophylaxe gegen Flöhe / Zecken und Milben vorzunehmen und je nach Gegebenheiten etwa alle 3 Monate eine Wurmkur.

Weitere Links zum Thema Tollwut:

Freitag, 28. August 2020

Was kostet die Impfung eines Hundes?


Was kostet eine Impfung?

(2024 & 2025 überarbeitet)

Diese Frage bekomme ich im Internet oder telefonisch oder per Mail immer einmal wieder gestellt.

Und die Antwort lautet immer: 
"Das, was dafür in der Gebührenordnung für Tierärzte vorgesehen ist."

Eine Wegbeschreibung und unsere Sprechzeiten finden Sie hier: https://docgoy.de

Als Tierärzte müssen wir uns an Bundesgesetze halten, die uns genau vorschreiben, was wir mit wie viel berechnen dürfen. Auch für Medikamente gilt das.
Dann gibt es noch Gesetze, die uns vorschreiben was wir machen müssen. So ist eine Behandlung ohne Untersuchung grundsätzlich verboten.

Eine Impfung bedeutet eben nicht "Spritze rein" und fertig


Als Erstes muss die Identität des Tieres überprüft werden. Ist ein internationaler Impfpass vorhanden, welche Impfung ist dran, wann war die letzte Impfung, ist das Tier geschippt und wie lautet die Nummer.

Danach muss die Impffähigkeit des Tieres untersucht werden. Also ob der Hund auch gesund ist, um die nötige Immunität nach der Impfung auszubilden, oder ob er gerade krank ist und eine Impfung nicht angebracht ist, da das Immunsystem gerade mit etwas anderem beschäftigt ist. Sollte bei dieser "Allgemeinuntersuchung" etwas auffällig sein, so wird dann eine eingehende Untersuchung erfolgen.


Dann muss der jeweilige Impfstoff vorrätig sein, wird durch eine subcutane Injektion verabreicht und dieses wird dann z.T. fälschungssicher und amtlich in den Impfpass eingetragen.

Zudem wird meistens parallel dazu ein Beratungsgepräch geführt über die letzte Entwurmung, chronische Erkrankungen, vorbeugende Untersuchungen und die letzte Floh- bzw. Zeckenbehandlung. Oftmals auch noch über allgemeine Themen wie Haltung, Verhaltung, Fütterung und was der Tierbesitzer sonst noch gerade auf dem Herzen hat.

Folgendes Impfschema hat sich bei uns hier auf dem Land für Hunde bewährt:

Grundimmunisierung
Als Grundimmunisierung der Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.
Im Alter von
08 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD
12 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD, Tollwut
16 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD

15 Lebensmonaten: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD, Tollwut

Wiederholungsimpfungen
Jährlich: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD
alle 2 oder 3 Jahre: Tollwut (in Deutschland nicht mehr unbedingt notwendig - für Auslandsreisen vorgeschrieben)
NEU! Aufgrund einer Tollwutnachweises bei einer Fledermaus in Lüchow-Dannenberg empfehlen wir jetzt doch wieder die regelmäßige Tollwutimpfung! (s. Blogartikel)

Je regelmäßiger und gewissenhafter die Tiere in jungen Jahren geimpft wurden, desto eher kann man im mittleren und höheren Alter die Abstände der Wiederholungsimpfungen verlängern.

Gibt es noch weitere Impfungen?
Ja, zusätzlich kann der Hund z.B. auch noch gegen Borreliose geimpft werden. Das empfehlen wir z.B. für jagdlich genutzte Hunde, die täglich im Wald sind.

Wenn Sie vorhaben "in den Süden" zu fahren und den Hund mitnehmen, ist auch noch eine spezielle Impfung gegen Leishmaniose möglich. (Auf Vorbestellung)

Für Züchter empfehlen wir eine erweiterte Impfung nicht nur gegen die Viruskomponente von CIRD sondern auch gegen die Bordetellen (früher "Zwingerhusten"). (Auf Vorbestellung)

Was kostet das nun?
(Aktualisiert nach der neuen GOT seit 2022! - Preise incl. MWSt. von 19%)


  • Allgemeine Untersuchung mit Beratung Hund: 28,11 € bis 84,33 €
  • Impfbescheinigung: 7,33 € bis 21,99 €
  • Ablesen Mikrochip: 5,56 € bis 16,68 €
  • Schutzimpfung Hund / Injektion: 13,69 € bis 41,09 €

Somit liegt der Brutto-Preis für die reine Tätigkeit zwischen 54,69 € (einfacher Satz) und 164,09 € (dreifacher Satz)

Dazu kommt dann noch:
  • die Medikamentenkosten für die Impfstoffe (ca. 10 - 25 ,-€)
  • ggf. Verbrauchsmaterial (Spritzen, Tupfer etc.)
  • ggf. zusätzliche Untersuchungen (je nach Auftrag Besitzer)
  • ggf. zusätzlicher Zeitaufwand (z.B. bei problematischen Hunden)
  • ggf. weitere Behandlungen (falls nötig)
  • ggf. weitere Medikamente zur Abgabe (z.B. Flohmittel & Wurmmittel)

Somit ist klar, dass es bei den "Impfpreisen" zu Unterschieden kommen kann, vor allem wahrscheinlich regional zwischen Stadt und Land oder "Allgemeintierarzt" und "Klink".
Alles zwischen 70,- € und 180,- € für eine Standard-Impfung eines Hundes liegt durchaus im Rahmen.

Es sollte jedoch nicht nur auf den reinen Preis ankommen.

Für mich steht viel mehr im Vordergrund, dass wir u.a. durch die regelmäßigen jährlichen Impfungen einen Einblick in den Gesundheitsverlauf des Tieres haben, eine Beziehung zum Besitzer aufbauen und dafür dann auch beinahe 24 Std. täglich und 7 Tage die Woche im Notfall für sie und ihre Tiere zur Verfügung stehen.

Das selbe gilt sinngemäß auch für Medikamente, die teilweise heutzutage im Internet preislich günstiger zu bekommen sind. Jedoch komplett ohne Untersuchung und Diagnose bzw. ohne jedwede individuelle Beratung.


Quellen:

Empfehlungen