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Sonntag, 22. März 2026

Eckpunkte der Kitten-Aufzucht Tag 1 bis ca. 4. Woche


Eckpunkte der Kitten-Aufzucht Tag 1 bis ca. 4. Woche


1. Warm halten
  • - Wärme ist wichtiger als Futter – kein Füttern, wenn Kitten nicht warm ist, denn dann ist kein Schluckreflex vorhanden
  • - Decken / Wärmelampe / „Snuggle Safe“ / Wärmflasche auch im Sommer
  • - Wenn Sie sich das nicht zutrauen, bitte unbedingt fachliche Hilfe (Tierarzt / Tierschutzverein / Tier-Klinik) suchen. Evtl. wird sogar ein Inkubator benötigt.

2. nur spezielle Katzenmilch verwenden (beste Ergebnisse mit Royal Canin Babycat Milk)
  • - ggf. ergänzen mit „Colostrum“
  • - wenn nichts da ist, dann „Zuckerwasser“, keinesfalls Kuhmilch
  • - Nuckel von der Spritze/Flasche nicht drücken. Wenn, dann nur ganz behutsam Tröpfchenweise, bis sie es alleine schaffen. Also nichts ins Kitten reindrücken in der Hoffnung das es abschluckt.
  • - BLOGARTIKEL KEINE KUHMILCH

3. alle 2 Stunden (1. & 2. Woche) bis 4 Stunden (4. Woche) etwas geben

  • - nicht auf den Rücken drehen, sondern in Bauchlage füttern

4. Verdauung und Ausscheidung anregen:
  • - Bauchmassage vorsichtig, Blasen- und Darmausgang mit Papiertüchern / Babyfeuchttüchern ohne Zusätze betupfen/massieren, bis Urin und/oder Kot kommt

5. regelmäßig waschen:

  • - feuchter Lappen das ganze Tier vorsichtig abwischen
  • - Waschlappen, Bettchen Handtücher täglich austauschen und bei min 70°c waschen

6. tägliche Kontrolle und Wiegen:
  • - Geburtsgewicht ca. 100 g
  • - wöchentliche Zunahme sollten ca. 100 g sein

7. Entwurmung 3. / 7. / 11. Lebenswoche (Mittel vom Tierarzt)
  • - bei nachgewiesenen Giardien spezielles Entwurmungsmittel geben nach folgendem Plan:
    • --> 5 Tage geben - 7 Tage Pause - 5 Tage geben - 7 Tage warten und Kotrolltest

8. Kombination Floh- & Wurmmittel erst ab 6. LW und ab 500 g (Mittel vom Tierarzt)
  • - vorher auskämmen / absammeln

9. allgemeine Gesundheitskontrolle:
  • - Augen nach 7 – 16 Tagen offen
  • - Bewegungsfreudigkeit und Körperspannung vorhanden
  • - erste Milch-Zähne nach ca. 3 Wochen

10. Was man selbst machen kann:
  • - Verklebte Augen mit lauwarmen Wasser oder Baby-Feucht-Tüchern mehrmals täglich sauber machen
  • - Verklebtes Hinterteil säubern
  • - breiiges Futter mit einer Spritze ins Maul geben
  • - Medikamenteneingabe bei Bedarf ins Maul, in die Augen, in die Nase oder in die Ohren
  • - Erste Hilfe bei kleineren Wunden: s. BLOGARTIKEL KLEINE WUNDEN
  • - ggf. Nahrungsergänzungen für spezielle Herausforderungen nach Absprache mit dem Tierarzt (BLOGARTIKEL NAHRUNGSERGÄNZUNGEN)

11. sofort zum Tierarzt Ihres Vertrauens wenn:
  • - wässriger und/oder blutiger Durchfall oder Durchfall über mehrere Tage
  • - verklebte, eitrige Augen / „Schnupfen“ / schlapp / Fieber
  • - Erbrechen oder kein Kot- bzw. Urinabsatz
  • - Gewichtsabnahme 2 – 3 Tage hintereinander

12. was man als Pflegestelle an Medikamenten ggf. vorrätig haben sollte:

  • - Giardien-Test - wenn positiv ggf. spezielles Desinfektionsmittel nutzen (s. BLOGARTIKEL GIARDIEN)
  • - Fieberthermometer
  • - Feliserin (vom Tierarzt) (Auge / Nase | Injektion vom Tierarzt)
  • - Durchfallpaste (s. BLOGARTIKEL DURCHFALL)
  • - Wurm- und Flohmittel (Mittel vom Tierarzt als SpotOn für unter 2,5 kg oder als Paste vor allem wenn Giardien auch mit dabei sind)
  • - Wundversorgung (Puder / Creme / Spüllösung / Augensalbe etc. s. BLOGARTIKAL WUNDVERSORGUNG)
  • - hom. Globuli wie z.B. Traumeel, Arnica oder Nux vomica etc.

13. weiteres Vorgehen:
  • - Impfungen ab der 8. Woche und 3 - 4 Wochen später 2. Impfung
  • - Vermittlung eigentlich nicht vor der 8. Woche besser 10. bis 12. Woche
  • - Freigänger: Kastration und Chippflicht im 5. Monat (Lüchow-Dannenberg)

Quelle u.a. https://uelzener.de/magazin/katze/haltung/handaufzucht-bei-katzen-das-musst-du-beachten/
7 Blogartikel für verschiedene allgemeine Krankheitssymptome und was SIE selbst machen können: https://hund-katze-heimtier-kleintier.de/warum-ich-tierarzt24-empfehle/


Hilfe und Unterstützung finden Sie u.a. bei dem Tierarzt Ihres Vertrauens (z.B. Kleintierpraxis Gusborn – DocGoy - Terminsprechzeiten: Mo - Fr von 9 - 11 und von 15 - 18 Uhr)


und Tierhilfeorganisationen wie z.B.


PS: Und falls Sie verhindern wollen, dass es überhaupt so viel ungewollten Nachwuchs bei den Katzen gibt, habe ich hier eine Anleitung, wie Sie wilde Freigänger am besten Einfangen und wie wir zusammen mit den Tierfreunden Wendland die Kastration der Streuner organisieren --> Kastrationsaktion-Laufzettel HIER als Download

Samstag, 20. Dezember 2025

Das war 2025 ... Besondere Fälle in der Kleintierpraxis Gusborn


Das war 2025 ... Besondere Fälle in der Kleintierpraxis Gusborn


Hier einmal nur ein kleiner Überblick von Fällen aus dem Jahr 2025, von denen ich auch eigenen Fotos gemacht habe.

1. Immer wieder Parasiten


Trotz aller Informationen und Blogartikeln, trotz Internetaktionen und Aufklärung ist das Problem der Parasiten so aktuell wie immer.

Wir finden ausgebrochene Bandwürmer, Spulwürmer und von Ende Januar bis Anfang Dezember Zecken auf den Tieren. Es gibt viele Fälle von Ohrmilben und Flohbefall.

Ganz besonders dramatisch war in diesem Jahr die hohe Anzahl von "Babesiose / Hundemalaria", welche durch Auwaldzecken übertragen wird. Im schlimmsten Fall führt diese Erkrankung nach nicht einmal 24 Sunden nach einer Übertragung unbehandelt zum Tod der Hunde.

Durch regelmäßige Wurm-, Zecken- und Flohkuren würde das nicht passieren.
Wir empfehlen für Freigängerkatzen, die nachweislich viele Mäuse fangen mindestens alle 2 Monate eine Wurmkur, falls kleine Kinder im Haus sind sogar monatlich.
Ansonsten wie bei den Hunden empfehlen wir 1/4-jährliche Wurmkuren.

Eine Zecken- & Flohprophylaxe sollte tatsächlich kontinuierlich und ununterbrochen 12 Monate im Jahr erfolgen.
Dazu empfehlen wir entweder eine 3-Monats-Tablette, Monats-Tabletten oder die 12-Monats-Spritze für Hunde.

Bei guten Zeckenmitteln werden die Ohrmilben auch gleich mit behandelt. Dabei ist eine mikroskopische Untersuchung von Sekret unerlässlich, um nicht andere Erreger wie Bakterien oder Pilze zu übersehen.

Weitere Infos zu dem Thema: 



2. Immer wieder Zähne


Zu oft sehen wir bei der Routinekontrolle schlechte Zähne bei Hunden und Katzen oder zu langen Schneidezähne aufgrund von Zahnfehlstellungen bei Kaninchen.

Zahnstein und entzündetes Zahnfleisch ist keine "Kleinigkeit". Es verursacht zum Einen natürlich permanente Schmerzen bei den Tieren, die diese allerdings (leider) nicht so zeigen.
Zum Anderen dringen die Bakterien über Verletzungen in die Blutbahn ein und sammeln sich mit Vorliebe in der Niere oder am Herzen und verursachen dort bleibende Schäden.

Es liegt nun einmal in der Natur der Sache, dass solche Probleme vorzugsweise bei älteren Tieren auftreten. Da ist es trotzdem kein vernünftiges Argument das Alter vorzuschieben um nichts zu machen.
Natürlich ist das Narkoserisiko etwas höher als bei jungen Tieren, doch die Folgen der permanenten Schmerzen, Geruchsbelästigung, Entzündung und Keimverbreitung sind weitaus schlimmer.

3. Blasenprobleme


Die Katze setzt sich oft hin zum pinkeln, pinkelt in die Wohnung und nicht ins Klo, der Urin riecht komisch oder ist leicht rötlich, es sind immer nur kleine Mengen Urin im Klo etc. pp.
Das sind alles deutliche Hinweise auf eine Blasenentzündung, die gerade bei Katzen oft chronisch ist, oder wird. 
Die Ursachen sind vielfältig und oft steht eine bakterielle Infektion erst am Ende der Geschichte und ist nicht der Auslöser.
Manchmal sind es Kristalle (Struvit oder Oxalat), die gebildet werden, manchmal ist es Stress und ab und an tatsächlich eine aufsteigende Infektion.

Weitere Artikel über das Thema: 
Hilfsmittel bei Nieren-, Blasenproblemen: https://hund-katze-heimtier-kleintier.de/teil-5-nieren-blasenprobleme/
Vertrauenswürdiger Tierarzt-Shop - Tierarzt24: https://kleintierexperte.de/go/tierarzt24


4. Immer wieder Qualzucht


Leider haben wir auch immer mit Folgeerkrankungen von genetischen Qualzuchten zu tun.
Die Tiere, die dann zu uns in die Praxis kommen können ja nichts dafür und sind meistens auch lieb und süß, doch grundsätzlich sollten Sie beim Kauf von Hunden und Katzen wirklich vermehrt auf qualzuchtfreie Rassen achten.

Diese arme Katze oben im Bild hat chronische Knorpelveränderungen an allen Gelenken, aufgrund einer genetischen Störung, die bei Faltohrkatzen eben genau dieses gewünschte Faltohr auslösen. 
Scottish Fold leiden ihr Leben lang, vom Tag ihrer Geburt.
Genau wie die beliebten Frenchies, Mops und viele andere Rassen.



Dienstag, 6. August 2024

Hunde und Kinder: Tipps für ein harmonisches Familienleben

Gastartikel von hundely

Hunde und Kinder: Tipps für ein harmonisches Familienleben


Stellt euch vor: Euer Welpe und euer Kind kuscheln sich zum Vorlesen zusammen, teilen sich Snacks (natürlich nur für Menschen geeignete) und spielen in perfekter Harmonie Fangen. Klingt wie ein Traum, oder?
Nun, das muss nicht sein! Ich bin hier, um euch zu verraten, wie ihr diese entzückende Vision Wirklichkeit werden lasst.

In diesem Beitrag werden wir uns mit den Details der Erschaffung eines Paradieses für Haustierkinder befassen. Wir werden alles von der Kunst des sanften Streichelns (kein Schwanzziehen erlaubt!) bis hin zur Demonstration, dass Babyspielzeug nicht unbedingt ein neues, schickes Kauspielzeug ist, erkunden.

Lass uns etwas Wissen sammeln und diese Herausforderungen meistern!

Das Wichtigste in Kürze


  • Wähle eine Hunderasse, die zu deinem Familienalltag passt. Berücksichtige dabei Aktivitätslevel, Temperament und Pflegebedarf.
  • Setze altersgerechte Regeln für deine Kinder im Umgang mit dem Hund. So vermeidest du Konflikte und förderst gegenseitigen Respekt.
  • Lerne, die Körpersprache deines Hundes zu lesen. Erkenne Stress- oder Unbehagensignale frühzeitig, um Missverständnisse zu verhindern.
  • Beobachte die Interaktionen zwischen Hund und Kind aufmerksam. Unvorhersehbares Verhalten kann so rechtzeitig unterbunden werden.
  • Trainiere sowohl deinen Hund als auch deine Kinder. Etabliere klare Regeln und belohne positives Verhalten. Diese ganzheitliche Herangehensweise schafft eine harmonische Atmosphäre für alle Familienmitglieder.



Einleitung

Bedeutung des Zusammenlebens von Hunden und Kindern


Das Zusammenleben von Hunden und Kindern bringt zahlreiche positive Aspekte mit sich. Es fördert nicht nur die Entwicklung der Kinder, sondern bereichert auch das Familienleben insgesamt.

Kinder lernen durch den Umgang mit Hunden, Verantwortung zu übernehmen. Ob Füttern, Gassi gehen oder Spielen – all das schult das Pflichtbewusstsein deines Nachwuchses.

Die Interaktion mit einem Hund verbessert zudem die sozialen Fähigkeiten der Kinder. Sie lernen, die Körpersprache des Tieres zu lesen und angemessen darauf zu reagieren. Diese Erfahrungen können Kindern helfen, auch im Umgang mit Menschen einfühlsamer zu werden.

Nicht zu unterschätzen ist der Glücksfaktor: Hunde bringen Freude und Lebendigkeit in den Alltag. Ihre bedingungslose Zuneigung und Verspieltheit zaubern nicht nur Kindern ein Lächeln ins Gesicht, sondern sorgen auch bei Erwachsenen für heitere Momente.

Das Zusammenleben von Hunden und Kindern fördert also Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenzen und Lebensfreude – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Kurzer Überblick über die Vorteile und Herausforderungen


Studien zeigen, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, oft gesünder sind und weniger Allergien entwickeln. Zudem fördert ein Familienhund wichtige Lebenskompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein und Empathie bei Kindern.

Harmonie entsteht nicht von selbst! Klare Regeln für Kind und Hund sind unerlässlich. Bringe deinem Kind bei, den Hund sanft zu behandeln, und lasse die beiden nie unbeaufsichtigt. Eine friedliche Koexistenz erfordert konsequentes Engagement aller Familienmitglieder.

Ein Hund ist kein Spielzeug, sondern ein lebendes Wesen mit eigenen Bedürfnissen. Respektiere diese, und du wirst mit einer einzigartigen Bereicherung für deine Familie belohnt.



Vorbereitung auf das Familienleben mit Hund

Auswahl des richtigen Hundes für Familien


Die Wahl des passenden Hundes für deine Familie ist eine wichtige Entscheidung, die gut überlegt sein will. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die du berücksichtigen solltest.

Zunächst einmal ist dein Lebensstil entscheidend. Wie viel Zeit und Energie kannst du dem Vierbeiner widmen? Sportliche Familien harmonieren oft gut mit aktiven Rassen wie Border Collies oder Labrador Retrievern. Bist du eher gemütlich unterwegs, könnten Möpse** oder Französische Bulldoggen** besser passen.

Auch deine Wohnsituation ist relevant. Hast du einen Garten oder wohnst du in einer kleinen Stadtwohnung? Große Hunde wie Deutsche Doggen** brauchen naturgemäß mehr Platz als ein Zwergpudel.

Nicht zuletzt solltest du die Familiendynamik beachten. Sind kleine Kinder im Haus? Dann empfehlen sich oftmals geduldige und sanftmütige Rassen wie Golden Retriever oder Beagle. Hast du bereits andere Haustiere? Einige Hunderassen verstehen sich besser mit Katzen als andere.

Bedenke: Jeder Hund hat individuelle Bedürfnisse und Charakterzüge. Informiere dich gründlich über die verschiedenen Rassen und deren Eigenschaften, bevor du dich entscheidest. So findest du den perfekten vierbeinigen Begleiter für deine Familie.

Vorbereitung des Zuhauses und der Familie


Die Vorbereitung deines Zuhauses und deiner Familie ist entscheidend, bevor du einen neuen Hund willkommen heißt. Beginne damit, separate Bereiche für den Schlaf- und Spielplatz deines Hundes einzurichten, getrennt von denen der Kinder. Das fördert ein ausgewogenes Zusammenleben und beugt möglichen Konflikten vor.

Stelle sicher, dass alle Familienmitglieder den persönlichen Raum des Hundes respektieren. Dazu gehören Ruhezonen und Spielbereiche. Plane regelmäßige Familienroutinen ein, wie wöchentliche Besprechungen und gemeinsame Entspannungszeiten. So schaffst du eine harmonische Umgebung, in der sich dein pelziger Neuankömmling nahtlos integrieren kann.

Vergiss nicht, kindersichere Bereiche zu schaffen und gefährliche Gegenstände außer Reichweite zu platzieren. Eine gründliche Hundeproofing-Session deines Zuhauses kann viele potenzielle Probleme im Vorfeld verhindern. Mit diesen Vorbereitungen legst du den Grundstein für ein glückliches Zusammenleben mit deinem neuen Familienmitglied.

Erste Begegnung zwischen Hund und Kind


Der erste Moment, in dem Hund und Kind aufeinandertreffen, ist entscheidend für ihre zukünftige Beziehung. Du kannst diesen Augenblick optimal gestalten, indem du beide Seiten vorbereitest.

Bringe deinem Kind bei, den Hund sanft zu streicheln und hektische Bewegungen zu vermeiden. Gewöhne den Vierbeiner an die Geräusche und den Geruch deines Kindes, etwa durch ein Kuscheltier oder eine Decke. Bleibe während der Begegnung wachsam und belohne positives Verhalten.

Achte auf die Körpersprache beider. Ein wedelnder Schwanz beim Hund und ein Lächeln beim Kind sind gute Zeichen. Erzwinge nichts und lass beiden Raum, sich aneinander heranzutasten.

Mit Geduld und der richtigen Herangehensweise legst du den Grundstein für eine wunderbare Freundschaft zwischen deinem Kind und dem neuen Familienmitglied.



Grundregeln für den Umgang mit dem Hund

Altersgerechte Regeln für Kinder im Umgang mit Hunden


Altersgerechte Regeln für Kinder im Umgang mit Hunden sind entscheidend für ein harmonisches Familienleben. Du kannst deine Kinder aktiv in die Gestaltung dieser Regeln einbeziehen, um ihr Verständnis für den richtigen Umgang mit Vierbeinern zu fördern.

Folgende Grundregeln solltest du deinen Kindern vermitteln:

  • Bleib gelassen: Vermeide hektische Bewegungen und renne niemals vor einem Hund davon. Das könnte seinen Jagdinstinkt wecken.
  • Respektiere die Ruhephasen: Erkläre deinen Kindern, dass der Hund auch Ruhezeiten braucht. Wenn er in seinem Körbchen oder auf seinem Platz liegt, sollten sie ihn nicht stören.
  • Achte auf die Körpersprache: Bringe deinen Kindern bei, die Signale des Hundes zu beachten. Wenn er sich abwendet, gähnt oder die Lefzen leckt, möchte er vielleicht lieber in Ruhe gelassen werden.

Diese altersgerechten Regeln helfen, Missverständnisse zwischen Kindern und Hunden zu reduzieren und fördern eine positive Interaktion. Indem du diese Richtlinien spielerisch vermittelst, beispielsweise durch Rollenspiele oder kindgerechte Erklärvideos, machst du den Lernprozess für deine Kinder spannend und einprägsam.

Wichtige Verhaltensregeln für Hunde gegenüber Kindern


Hunde und Kinder - eine Kombination, die Regeln braucht. Als Hundebesitzer trägst du die Verantwortung. Stelle sicher, dass dein Vierbeiner gut erzogen ist. Ein kinderfreundlicher Hund ist der Schlüssel zum Erfolg.

Kurze, klare Verhaltensregeln sind von wichtiger Bedeutung. Sie fördern ein harmonisches Zusammenleben. Zeige deinem Hund, wie er sich Kindern gegenüber verhalten soll. Geduld und Konsequenz sind dabei deine besten Freunde.

Eine konsequente Erziehung und frühzeitige Sozialisierung tragen zu einem verträglichen Umgang mit den Kleinen bei.

Auch deine Kinder können einen Beitrag leisten, indem sie grundlegende Regeln im Umgang mit Hunden erlernen. Sie sollten es vermeiden, den Hund zu umarmen oder seinen Schlafplatz zu stören. Diese einfachen Verhaltensweisen beugen Konflikten vor und fördern eine sichere Beziehung zwischen Kind und Hund.

Ein gut erzogener Hund ist wie ein treuer Begleiter für deine Kinder. Mit den richtigen Regeln schaffst du eine Umgebung, in der beide Seiten voneinander profitieren und gemeinsam wachsen können.



Die Körpersprache von Hunden verstehen lernen


Entschlüssle die geheime Sprache deines vierbeinigen Freundes! Die Körpersprache von Hunden zu lesen ist wie das Erlernen einer faszinierenden Fremdsprache. Achte auf subtile Signale wie eine steife Körperhaltung, Knurren oder aufgestelltes Nackenfell – diese können frühzeitig auf mögliche Aggression hinweisen.

Betrachte deinen Hund als lebendiges Emotionsbarometer:

  • Entspannte Haltung: Aufgestellte Ohren und ein neutral gehaltener Schwanz signalisieren Zufriedenheit. Dein Hund fühlt sich wohl und sicher.
  • Stresssignale: Ein eingezogener Schwanz oder Vermeidungsverhalten deuten auf Unwohlsein hin. Hier ist Feingefühl gefragt.

Durch aufmerksames Beobachten dieser Zeichen verbesserst du nicht nur deine Kommunikation mit dem Hund, sondern stärkst auch eure Bindung. Die Körpersprache deines Hundes zu verstehen, ist der Schlüssel zu einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung.

Sicherheit und Prävention

Vermeidung von Gefahrensituationen


Gefahrensituationen vermeidest du am besten durch kluge Vorkehrungen und feste Regeln im Haushalt. Etabliere eine Routine, die Sicherheit garantiert und Unfälle verhindert:
  • Überwache Interaktionen: Stelle sicher, dass Kinder und Hund nur unter Aufsicht Erwachsener miteinander umgehen. So bleibst du wachsam gegenüber unvorhersehbarem Verhalten.
  • Schaffe Rückzugsorte: Weise dem Hund eigene Bereiche zum Fressen, Schlafen und Entspannen zu. Diese sollten für Kinder tabu sein.
  • Kläre die Kinder auf: Bringe deinen Kindern bei, wie sie sich richtig um Hunde verhalten. Dazu gehört, den Vierbeiner beim Fressen oder Schlafen in Ruhe zu lassen und hektische Bewegungen zu vermeiden.

Durch diese Maßnahmen schaffst du ein harmonisches Zusammenleben und minimierst potenzielle Risiken im Alltag.

Hygiene und gesundheitliche Aspekte


Hygiene und gesundheitliche Aspekte spielen natürlich auch eine wichtige Rolle bei dem Zusammenleben von Kindern und Hunden. Mit einfachen Maßnahmen kann man ein sauberes und sicheres Zuhause schaffen.

Besonders bei kleinen Kindern musst du auf eine gute Hygiene achten, da ihr Immunsystem noch nicht so kräftig ist. (*)

Halte deinen vierbeinigen Freund regelmäßig sauber und achte auf eine hygienische Fütterung. Diese Schritte reduzieren das Risiko von Infektionen erheblich.

Achte auch auf die Gesundheit deines Kindes. Zögere nicht, ärztlichen Rat einzuholen, wenn ungewöhnliche Symptome auftreten oder es zu Konflikten mit dem Hund kommt.

Zudem sollten die Kinder ihre Hände gründlich waschen und desinfizieren, nachdem sie mit dem Hund gespielt haben.

Erziehung und Training

Parallele Erziehung von Hund und Kind


Die parallele Erziehung von Hund und Kind kann tatsächlich viele Vorteile haben. Du wirst überrascht sein, wie ähnlich die Grundprinzipien sind!

  • Konsistenz ist entscheidend: Ob Fellnase oder Sprössling, beide profitieren von klaren Regeln und deren konsequenter Durchsetzung. So verstehen sie schnell, was von ihnen erwartet wird.
  • Positive Verstärkung wirkt Wunder: Lob und Ermutigung fördern erwünschtes Verhalten – bei Kindern und Vierbeinern gleichermaßen. Das schafft eine harmonische Atmosphäre im Familienalltag.
  • Emotionale Intelligenz ist Gold wert: Als Elternteil oder Hundehalter bist du Vorbild. Zeige Empathie und Verständnis – deine Kleinen (ob zwei- oder vierbeinig) werden es dir nachmachen.

Diese ganzheitliche Herangehensweise hilft dir, die Herausforderungen des Zusammenlebens zu meistern. Das Ergebnis? Eine fröhliche, ausgeglichene Familie – Mensch und Tier inklusive!

Altersgerechte Aufgaben und Verantwortlichkeiten für Kinder


Hunde und Kinder - eine tolle Kombination! Doch wie kannst du deinem Kind altersgerechte Aufgaben bei der Hundepflege übertragen? Keine Sorge, es ist einfacher, als du denkst.

Fang klein an. Lass dein Kleinkind den Napf füllen oder die Leckerlies verteilen. Mit zunehmendem Alter können die Aufgaben wachsen. Ein Schulkind kann schon kurze Spaziergänge übernehmen, natürlich unter Aufsicht.

Denk daran: Verantwortung macht stolz. Dein Teenager könnte das Bürsten oder sogar das Training übernehmen. Wichtig ist, dass du die Fähigkeiten deines Kindes realistisch einschätzt.

Mach es zum Familienprojekt. Erstelle einen Pflegeplan, an dem sich alle beteiligen. So lernst du deinem Kind spielerisch Verantwortung. Und ganz nebenbei stärkst du die Bindung zwischen Kind und Hund.

Vergiss nicht: Sicherheit geht vor. Beaufsichtige jüngere Kinder immer beim Umgang mit dem Hund. Mit der Zeit wirst du sehen, wie dein Kind an den Aufgaben wächst. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten!


Häufig gestellte Fragen

Welche grundlegenden Regeln sollten Kinder im Umgang mit Hunden beachten?


Kinder sollten lernen, den Hund nicht zu stören, wenn er frisst oder schläft, und hektische Bewegungen zu vermeiden. Respekt vor dem Ruhebedürfnis und der Körpersprache des Hundes ist wichtig.

Wie wichtig ist die Aufsicht bei der Interaktion zwischen Kindern und Hunden?


Die Aufsicht ist entscheidend, um Unfälle zu vermeiden. Kinder und Hunde sollten nie unbeaufsichtigt zusammen sein, besonders bei Kleinkindern und Babys.


Wie kann man Kinder altersgerecht in die Hundeerziehung einbinden?


Kinder können altersgerecht in die Hundeerziehung einbezogen werden, indem sie einfache Kommandos üben und bei der Pflege helfen. Ab etwa acht Jahren können Kinder mehr Verantwortung übernehmen.

Welche positiven Auswirkungen haben Hunde auf die Entwicklung von Kindern?


Hunde fördern das Verantwortungsbewusstsein, die Empathie und die psychische Gesundheit von Kindern. Sie können auch das Selbstvertrauen stärken und die Kommunikationsfähigkeit verbessern.

Wie gestaltet man Rückzugsorte für den Hund in einem Haushalt mit Kindern?


Rückzugsorte wie das Hundebett sollten für Kinder tabu sein, damit der Hund sich sicher und ungestört ausruhen kann. Es ist wichtig, dem Hund einen ruhigen Platz zu bieten, an dem er nicht gestört wird.

Fazit


Willst du eine harmonische Familie mit Hunden und Kindern? Aktive Aufsicht ist unverzichtbar – beobachte die Interaktionen genau.

Erziehe sowohl die Kleinen als auch die Fellnasen und bringe ihnen bei, einander zu respektieren. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz entsteht eine sichere, liebevolle Atmosphäre.

Deine Kinder und Hunde entwickeln wertvolle Fähigkeiten und sammeln gemeinsam unvergessliche Momente. So förderst du eine lebenslange Bindung zwischen Mensch und Tier.

Denk daran: Ein friedliches Zuhause braucht Geduld und Konsequenz von dir als Elternteil und Hundehalter.

Weitere Artikel rund um das Thema Hunde findest du auf hundely.de.


(*) Anmerkung von DocGoy

Großen Wert sollte auf eine regelmäßige Entwurmung der Hunde gelegt werden, besonders, wenn kleinere Kinder in der Nähe sind. Wirksame Wurmmittel gibt es ausschließlich beim Tierarzt. Gleiches gilt natürlich auch für äußere Parasiten, die bei einem engen Kind-Hund-Kontakt schnell vom Tier auf den Menschen wechseln können.

**Bei der Rassewahl auch auf "Qualzuchten" achten und das bitte nicht unterstützen, sondern eine Rasse ohne angeborene Probleme wählen! --> Instagram

Sonntag, 7. Juli 2024

Klartext zur Floh-, Zecken- und Wurm-Behandlung


Was hilft "wirklich" gegen Zecken und Flöhe?


1. Im Gegensatz zu allen "alternativen" Präparaten sind verschreibungspflichtige Tierarzneimittel auf "Herz & Nieren" geprüft und müssen sowohl ihre Wirksamkeit als auch ihre Ungefährlichkeit in vielen Versuchen und Studien belegen. Erst dann dürfen sie angewendet werden.

So sieht es aus, bei "alternativ" oder gar nicht entwurmten / behandelten Katzen:
Zwei Bandwurmglieder bahnen sich den Weg aus dem Darm in die Freiheit!

2. Auch erfolgt eine lückenlose Meldepflicht der Tierärzte gegenüber den Aufsichtsbehörden über Probleme, die zeitnah nach dem Verabreichen einer Floh/Zecken- oder Wurm-Kur aufgetreten sind.

Immer wieder werden wir in der Kleintierpraxis mit den verschiedensten "Wundermitteln" gegen Flöhe und Zecken konfrontiert.

Wir selbst unterstützen gerne natürliche und alternative Methoden und haben bei unseren Katzen bzw. bei ausgewählten Tieren aus der Klientel auch schon so einiges ausprobiert.

So sieht es aus, wenn "alternativ" oder gar nicht entwurmte / behandelte Katzen erbrechen:  Alles voll Spulwürmer!



Leider fällt das eindeutige Fazit folgendermaßen aus:

1. Wenn es wirklich Probleme mit vielen Zecken und Flöhen gibt, dann hilft tatsächlich nur das entsprechende rezeptpflichtige Medikament vom Tierarzt.

2. Bei Tieren, die von "Natur aus" nicht so anfällig (lecker?) für Flöhe und Zecken sind, und zu Zeiten wo es von Natur aus weniger Zecken und Flöhe gibt, mögen auch "natürlich" Mittel eine gewisse Wirkung haben.

Doch bei einem richtigen Befall ist alles, was freiverkäuflich auf dem Markt ist, nicht wirksam. Weder die Medikamente aus dem Internet (bis auf ganz wenige Ausnahmen s.u.), und schon gar nicht Mittel aus dem Baumarkt, der Drogerie, dem Futtershop oder aus anderen Quellen.

Zum Beispiel:
  • Kurzwirksame "natürliche" Mittel wie "Chrysanthemen Extrakt" sind letztlich nichts anderes als Pyrethroide, eine Stoffgruppe zu der auch Permethrin gehört, ein bekanntes rezeptpflichtiges SpotOn-Präparat.
  • Durchaus wirksame Umgebungsmittel auf Kokosölbasis haben nichts auf dem Tier zu suchen.
  • Schwarzkümmelöl ist stark lebertoxisch, besonders bei Katzen. Zudem wird es meistens im Hochsommer in der Werbung angepriesen, wenn es sowieso kaum Zecken gibt. Deren massenhaftes Auftreten ist vor allem im Frühling und Herbst.
  • Ich habe noch keine Zecke gesehen, die sich von einem Bernstein aufhalten lässt
  • Homöopathie ist für das Tier durchaus wirksam und steigert die Abwehrkraft, verhindert jedoch nicht den Befall mit Flöhen oder Zecken. Ähnlich verhält es sich bei unseren eigenen Versuchen mit der Bioresonanz.
  • Ausführlichere Beschreibungen s. unten

Folgende z.T. lebensgefährliche Erkrankungen können durch Zecken übertragen werden:
  • Borreliose
  • Babesiose
  • Anaplasmose
  • Ehrlichiose
  • FSME


Weitere Fachinfos hier: ESCCAP

Hier direkt den Flyer zu Flöhen und Zecken herunterladen: https://money-wave.de/dl/187

Somit ist unser Rat folgender:

Wenn Ihr Tier (Hund oder Katze) weniger als 10 Zecken / Jahr hat, kann es ausreichend sein, diese einzeln mit einer Zeckenzange zu entfernen.
Das Risiko eine durch Zecken übertragbare Erkrankung zu bekommen ist dabei nicht ausgeschlossen, doch relativ gering

Bei allen Tieren, die "empfänglich" für Zecken (und/oder Flöhe) sind, helfen tatsächlich letztlich nur die "guten" verschreibungspflichtigen Medikamente vom Tierarzt! 
Diese dürfen nur nach einer klinischen Untersuchung des Tieres abgegeben werden.

Die Floh- und Zeckensaison beginnt im Februar und endet, wenn es mehrere Tage hintereinander wirklich Frost mit deutlichen Minusgraden gegeben hat.

Wenn Sie keine Beratung vom Tierarzt wollen, finden Sie hier wirksame Medikamente gegen Flöhe und Zecken für Hunde im Internet:




Advantage


Ein wirksames und "natürliches" Umgebungsspray ist folgendes:

Wenn gar nichts mehr geht und bevor der Kammerjäger kommen muss, hilft nur noch das hier: Der Fogger

Weitere Produkte hier bei Tierarzt 24 oder bei ZooPlus:

Was empfehlen wir in unserer Kleintierpraxis?


Wir empfehlen unseren Kunden je nach Belastung und Tierart, je nach Alter und Haltungsweise bzw. je nach Herkunft und Rasse des Tieres oder ob ein Urlaub in südlichen Ländern geplant ist unterschiedliche Präparate.

Wie oft sollte ich mein Tier entwurmen?

Eine Wurmkur bekämpft nur die Darmpa­rasiten mit denen Ihr Tier derzeit infiziert ist. Eine tägliche Neuinfektion ist möglich.

Um den Wurmbefall möglichst gering zu halten, empfehlen wir folgendes Entwurrmungs-Schema:

Hunde- & Katzenwelpen:

  • 2. / 4. / 6. / 8. / 12. Lebenswoche und dann bis zum 1. Lebensjahr alle 1 - 3 Monate

Hunde & Katzen ab dem 1. Lebensjahr:

  • Stubenkatzen: 1 - 2 mal jährlich
  • Hunde nur an der Leine: 1 - 2 mal jährlich
  • Freigänger: mind. alle 3 Mo., besser mtl.
  • mit kleinen Kindern im Haushalt: monatlich

Zusätzlich sollte einmal im Jahr eine Kot­untersuchung auf besondere Darmpara­siten erfolgen.


Was kann ich gegen Flöhe und Zecken machen?


Wir raten zu einer kontinuierlichen Floh- und Zecken-Be­handlung durch Aufträufeln oder Tabletten von wirksamen Flohmitteln vom Tierarzt auf das Tier. Diese bekämpfen erwach­sene Flöhe, Zecken, Milben und verhindern auch die Vermehrung und Entwicklung der Flöhe in der Wohnung.

Wenn Sie ins wärmere Ausland fahren (Mittelmeer) und Hund oder Katze mitnehmen, empfehlen wir zusätzlich ein "Repellent" (natürlich vom Tierarzt), welches auch Mücken, Fliegen und anderes Ungeziefer fernhält / abschreckt, welche Krankheiten übertragen könnten.

Bei bestehendem Flohbefall sollte auch die Umgebung durch Staubsaugen, Wischen, Waschen und mit Floh-Spray behandelt werden.

Flohmittel wirken 1 bis 3 Monate lang.

NEU: Es gibt jetzt auch eine "Flohspritze" für Hunde, die 12 Monate wirkt!


Lassen Sie sich von uns beraten! (--> Hier ein Blogartikel dazu)
Diese wirkt natürlich auch gegen Zecken und Milben!


Natürliche Mittel gegen Flöhe, Würmer und Zecken

 
Tatsächlich sind ausschließlich die Medikamente vom Tierarzt nachweislich wirksam, geprüft und getestet.

Wir wären selbst froh, wenn wir ihnen etwas anderes anbieten könnten und wir haben bei uns in der Praxis in den letzten 30 Jahren auch schon vieles ausprobiert bzw. von unseren Kunden ausprobieren lassen. 

Das Fazit ist leider immer das selbe:
Wenn ein Hund oder eine Katze von Natur aus nicht "lecker" / "empfänglich" für Flöhe und Zecken ist, hat er/sie auch selten welche. Egal, was sie ihm in den Nacken reiben oder zu Fressen geben. Wenn Tiere empfänglich für Flöhe und Zecken sind, hilft nichts außer den Mitteln vom Tierarzt.

Angeregt durch die Vortragsankündigung zu einem Vortag über angebliche "natürliche Mitterl gegen Flöhe, Zecken und Würmer" habe ich mir wie folgt einige Gedanken zu dem Thema gemacht und hier einmal aufgeschrieben:

1) Schwarzkümmel für Katzen

Schwarzkümmelöl bei Katzen kann schlimme Folgen haben:
Katzen fehlt ein Enzym, welches die im Schwarzkümmelöl enthaltenen Stoffe umfassend abbauen kann. Deswegen gibt es Vergiftungserscheinungen und Leberschäden treten auf.
Egal, ob Sie das Öl über das Futter geben oder ins Fell schmieren.

Schwarzkümmel kann ab dem ersten Tropfen für Ihre Katze tödlich sein.

Anzeichen für eine Schwarzkümmelöl-Vergiftung von Katzen sind Atemwegsprobleme, Schwellungen, Krämpfe, Erbrechen und Durchfall sowie Appetitverlust und Gewichtsabnahme.
Sollte Ihre Katze aus Versehen mit Öl in Berührung gekommen sein, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Grundsätzlich: Bevor Sie Ihrer Katze irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel oder Öle verabreichen, sollten Sie immer zuerst den Tierarzt konsultieren. Ein Tierarzt kann Ihnen basierend auf den spezifischen Bedürfnissen Ihrer Katze die besten Empfehlungen geben. Selbst wenn ein bestimmtes Produkt für Menschen als sicher gilt, bedeutet das nicht unbedingt, dass es auch für Tiere geeignet ist.

2) Ätherische Öle auf die Haut auftragen

Lavendel, Zitronenmelisse, Basilikum, Pfefferminze, Rosengeranie, Rosmarin, Zitronengras Teebaumöl, Citronella, Anis, Eucalyptus, Neem etc.

Der Geruchssinn von Hunden ist extrem gut entwickelt und übertrifft den menschlichen Geruchssinn bei weitem. Hunde haben etwa 220 Millionen Riechzellen in ihren Nasen, im Vergleich zu etwa 5 Millionen beim Menschen. Darüber hinaus haben Hunde eine Riechschleimhaut, die viel größer ist als die des Menschen.

Die olfaktorische Fähigkeit von Hunden ermöglicht es ihnen, eine Vielzahl von Gerüchen zu erkennen, sie zu verfolgen und zu unterscheiden. Hunde können nicht nur bestimmte Gerüche identifizieren, sondern auch die Richtung, Entfernung und sogar den Verlauf eines Duftes verfolgen. Diese Fähigkeiten machen Hunde in verschiedenen Bereichen nützlich, wie beispielsweise bei der Suche und Rettung, Drogenerkennung, Sprengstoffaufspürung und in der Jagd.

Es wird geschätzt, dass der Geruchssinn von Hunden bis zu 10.000-mal empfindlicher ist als der des Menschen. Dies macht Hunde zu äußerst effektiven und zuverlässigen Helfern in vielen Aufgaben, die auf ihrem ausgeprägten Geruchssinn basieren.

Jetzt überlegen Sie einmal, was Sie dem Hund antun, wenn sie ihm diese stark riechende ätherische Öle ins Fell reiben. Das grenzt an Tierquälerei!

Teebaumöl für Katzen giftig --> Tierpunkt-Blogartikel

3) Kokosöl / Kokosflocken

Beim direkten besprühen mit Kokosöl auf Flöhe oder Zecken verkleben deren Atemöffnungen und die Tiere sterben. Für die Umgebungsbehandlung ist Kokosöl also durchaus geeignet zur Floh- und Zeckenbekämpfung (--> FLEE)

Bei der Anwendung auf dem Tier kann (hochwertiges und reines) Kokosöl in geringen Mengen positiv sein, da es bei Hautreizungen und Entzündungen beruhigend wirkt.
Eine großflächige Anwendung am Tier führt zur Verstopfung der Poren und hat damit eher einen negativen Einfluss auf die Hautgesundheit.
Eine ausreichende vorbeugende Wirkung gegen Flöhe und Zecken bietet es in keinem Fall.

Wir haben immer wieder junge Welpen in der Praxis, die als "geimpft und gegen Würmer behandelt" verkauft werden, dann aber mit starkem (sogar sichtbarem) Wurmbefall oder Giardiose zu uns kommen. Auf nachfrage hat der Züchter dann "Kokosflocken" als Wurmprophylaxe genutzt. Das grenzt schon an Betrug, denn es ist keine tiermedizinische Entwurmung und offensichtlich nicht wirksam.

4) Bernsteinketten 

Die sind ein hübsches modisches Accessoir, mehr jedoch nicht.
Weiterer Artikel zu diesem Thema bei ESCCAP: Hier klicken

5) Zistrose

Cistus ist eine durchaus gesundheitsfördernde Heilpflanze und wirkt in der richtigen Dosierung unter das Futter gemischt steigernd auf die Abwehrkräfte von Hunden und Katzen. Das ist dem Floh und der Zecke jedoch egal. Die lassen sich nicht davon abschrecken.

6) Homöopathie / Bachblüten / Schüsslersalze

Wir setzen Homöopathie / Homotoxikologie und Ähnliches gerne und erfolgreich in unserer Praxis ein. Sie wirkt alleine oder in Kombination mit anderen Medikamenten regulierend, selbstheilungsfördernd und bringt die Tiere wieder ins Gleichgewicht.

Auf Flöhe und Zecken hat dieses jedoch keine abschreckende Wirkung.

7) Bioresonanz

Ähnlich verhält es sich mit der von uns so gerne und erfolgreich eingesetzten Bioresonanz.
Diese wirkt hervorragend bei Allergien und vielen anderen Erkrankungen.
Eine abschreckenden Einfluss auf Floh- oder Zeckenbefall bzw. Wurmbefall konnten wir in vielen eigenen Versuchen jedoch leider nicht bemerken.


Gerade jedoch bei der Bioresonanz gibt es Kolleginnen und Kollegen, die gute Erfolge damit haben.
Für eine eigene Erfahrungsstudie suchen wir noch Teilnehmer - Hunde oder Katzen.
Wenn Sie das mit uns zusammen ausprobieren möchten, melden Sie sich bitte bei uns.
Hier der Artikel vom verletzen Jahr dazu: https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2022/07/test-tiere-gesucht-fur-neuen.html

8) Pyrethrum

Das einzige wirksame pflanzliche Mittel bei Hunden gegen Flöhe und Zecken ist Chrysanthemen Extrakt. (Pyrethrum / Pyrethroide)
Dieses muss jedoch wegen der sich schnell verflüchtigenden Wirkung täglich aufgesprüht werden um auf Flöhe und Zecken abschreckend zu wirken. Dadurch wird bei langfristiger Anwendung die Leber stark belastet.

Um die Wirkungsdauer zu verbessern wurde das Molekül verändert.
Und genau das sind die modernen Floh- und Zeckenmittel für Hunde auf Basis von Pyrethroiden.
Diese sind für die Daueranwendung entwickelt und getestet und haben deswegen eine deutlich geringere Leberbelastung als tägliches Einsprühen mit dem Naturprodukt.

Katzen sind wegen der verminderten Aktivität ihrer Glucuronyltransferase besonders empfindlich gegenüber Pyrethroiden und dürfen deshalb auf keinen Fall mit pyrethroidhaltigen Spot-on Präparaten behandelt werden.

Pyrethrum und Pyrethroide führen bei Katzen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen!

9) Puder oder Waschen der Tiere oder Absammeln der Flöhe und Zecken

Erstens gibt es keine wirklich wirksamen pulverförmigen Medikamente gegen Flöhe und Zecken und zweitens verteilen Sie das Pulver in der ganzen Umgebung, der Wohnungsluft und atmen dieses dann auch selbst ein.

Ähnlich verhält es sich mit Waschungen. Nur 5% der Flohpopulation lebt auf dem Hund oder der Katze. Durch Waschen erhalten sie saubere Flöhe und der eine oder andere ertrinkt vielleicht; das war´s dann auch schon.

Wenn Sie Flöhe auskämmen und einen fangen, kommen 100 neue Flöhe zur Beerdigung! Flohkämme sind nur wichtig zur Diagnose, ob überhaut Flöhe da sind, helfen aber nicht bei der Bekämpfung.
Zeckenzangen sind gut, kommen aber eigentlich zu spät, da der Biss schon stattgefunden hat und ggf. die Übertragung von Erregern auch.

10) Warum Wurmkur?

Eine regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen ist zum einen natürlich gut für das Tier, zum anderen und vor allem aber als Gesundheitsvorsorge für uns Menschen wichtig.
Werden Wurmeier von Hunden und Katzen durch uns Menschen aufgenommen, sitzen diese bei uns NICHT im Darm. 

Wir sind nur der Zwischenwirt für die Entwicklung der Würmer. Diese als Zoonose (von Tier auf Mensch übertragbare Erkrankung) kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.
Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern sollte eine regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen stattfinden.

Beispiel Toxokarose - Die Larven beginnen im Menschen eine Wanderung vom Darm durch verschiedene Organe – ernsthafte Schäden an Nervenbahnen, Augen und/oder dem Gehirn sind dann die möglichen Folgen eines Spulwurmbefalls.

Beispiel Echinokokkus (Fuchsbandwurm):



Wurmkuren sind eher "Menschenschutz" als "Tierschutz". Der Hund kann tatsächlich mit einer gewissen sog. "Wurmlast" gut leben. Doch durch die enge Beziehung zum Menschen in der heutigen Zeit kommt es vermehrt zu Infektionen von Herrchen und Frauchen oder besonders Kindern, welche dann als "Fehlwirt" schwere Krankheiten entwickeln können.
Bei Katzen gilt das besonders für den Bandwurm.

Rohe Wurzeln oder andere faserhaltige Nahrungsmittel sind zwar gut für die Verdauung von Hund und Katze, helfen aber nicht gegen Würmer. Diese beißen sich in der Darmschleimhaut fest und es interessiert sie nicht, wie der Nahrungsbrei zusammengesetzt ist.
Nur, wenn so viele Würmer im Darm sind, dass nicht alle einen Platz zum festbeißen finden, dann können gelegentlich Würmer im Kot gefunden werden.

Ansonsten werden nur Eier ausgeschieden, die man nur im Mikroskop nach spezieller Aufbereitung findet.

Bandwurmglieder kann man hingegen im Fell von Katzen ab und an finden. Das sind Abgeschnürte Eipakete, die aktiv aus dem Anus herausklettern, dann eintrocknen und tatsächlich gefährlich für den Menschen sind (s. Bild oben).

Übrigens - eine Wurmkur ist gegen Würmer und lässt das übrige Mikrobiom in Ruhe. Sie zerstört keine Darmflora und führt zu keiner Dysbiose.

11) Kot einsenden - Wurmtest

Das Einsenden von Kotproben bzw. die Kotuntersuchung durch den Haustierarzt ist durchaus sinnvoll, um einen hochgradigen akuten Wurmbefall zu bestätigen.
Ein negativer Test hat jedoch keinerlei medizinische Aussage. Dieser besagt nur, dass in dem kleinen bisschen Kot, welches gerade untersucht wurde keine Wurmeier gefunden wurden. Da Wurmeier jedoch nicht regelmäßig ausgeschieden werden, ist nur ein positiver Wurmtest ein aussagekräftiges Ergebnis.

Übrigens kostet eine wirksame Wurmkur beim Tierarzt (jedenfalls bei uns) für eine Katze bis 8 kg oder einen Hund bis 25 kg bei uns nur ca.  3,- €uro.

Und noch eine wichtige Bemerkung zu Würmern und Kot. Sie sehen auch bei einem Wurmbefall normalerweise keine Würmer im Kot. Man kann höchstens auf Eier untersuchen und das geht nur nach einer speziellen Aufbereitung und mit einem Mikroskop im Labor.
Sollten Sie Würmer im Kot oder im Erbrochenen finden, dann ist ihr Tier soooo voll Parasiten, dass diese sich nicht mehr an der Darmschleimhaut festbeißen können und ausgeschieden werden.
Übrigens, die kleinen weißen und reiskornförmigen Teile bei der Katze im Fell oder auf der Katzendecke sind keine Wurmeier, sondern komplette Bandwurmabschnitte

12) Gefahr durch Flöhe und Zecken

Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen führen nicht nur zu Hautproblemen und Juckreiz. Die eigentliche Gefahr besteht in den übertragbaren Krankheiten, die durch Flöhe und Zecken in den Hund gelangen.
Das sind u.a. die Babesiose (hier im Landkreis Lüchow-Dannenberg schon nachgewiesen!), Ehrlichiose, Anaplasmose, Borreliose, Leishmaniose, Dirofilariose, andere Filarien-Infektionen und die Bartonellose

13) Wildtiere haben doch auch Würmer und Flöhe

Ja, Wildtiere sind natürlich voll von Milben, Läusen, Flöhen, Zecken, Würmern und allen anderen Parasiten. Das mag vielleicht natürlich sein, doch gesund oder "glücklich" sind die sicherlich auch nicht damit. Zum Glück leben diese Tiere aber nicht so eng beieinander, sodass die Ansteckung und Konzentration nicht so hoch ist wie auf der Hundewiese in der Stadt. 

Zudem leben diese Tiere auch nicht in unseren Wohnungen und können uns Menschen anstecken und wir als Tierbesitzer haben auch keine direkte Verantwortung für Wildtiere in diesem Bereich. Für unsere eigenen Haustiere jedoch schon.
Eine regelmäßige Floh-, Zecken- und Wurmbehandlung mit wirksamen Medikamenten vom Tierarzt ist Tierschutz und Menschenschutz.

14) Mittel aus dem Internet

Es gibt tatsächlich ein oder zwei gute, verträgliche und wirksame Mittel besonders für Hunde im Internet frei zu kaufen (z.B. über DocMorris: Scalibor oder Seresto) --> KEINE Flohhalsbänder für Katzen mit Freigang!!!

Aber ACHTUNG! 
Gerade bei Scalibor und Seresto gibt es Fläschungen im Internet. Entweder sind es Produkte, die ähnlich aussehen, aber nicht die wirksamen Wirkstoffe enthalten, oder es sind tatsächlich nachgemachte gefälschte Produkte.
Wie können Sie das verhindern, dass Sie auf Fälschungen hereinfallen?
--> Bestellen Sie Ihre Produkte direkt bei ihrem Tierarzt des Vertrauens, auf DocMorris oder alles andere auf Tierarzt24.

Doch der Rest ist raus geschmissenes Geld.

Alles im Zoofachhandel, oder aus sonstigen nicht tierärztlichen Quellen wirkt einfach nicht. Ganz besonders alle Mittel mit dem ehemals guten Wirkstoff "Fipronil" so wie das Medikament, das mit "Front" anfängt und mit "line" aufhört, hat kaum noch Wirkung gegen Flöhe - das sagt ihnen nur kein Apotheker, die das Zeug verkaufen wie geschnitten Brot.... 
Davon gibt es jetzt viele "Generika" = nachgemachte Präparate, weil das Patent auf den Wirkstoff abgelaufen ist. doch was solls, wenn schon das "Original" nicht mehr wirksam ist, hilft auf das günstige Präparat vom Billiganbieter nicht besser!

Wirksame Floh- Zecken-, Milben- und Wurmmittel sind aufgrund ihrer guten Wirksamkeit verschreibungspflichtig und nicht frei verkäuflich. 
Der Tierarzt vor Ort beurteilt die Gefährdungslage, die Gegebenheiten, den Gesundheitszustand des Tiere und die Applikationsform und findet das individuell passende Medikament für jedes in der Tierarztpraxis vorgestellte Tier.

Weitere Artikel & Quellen zu dem Thema Parasitenbekämpfung bei Hunden und Katzen:

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