Spannende und interessante Fälle in dieser Woche
1. Fundhund in Quickborn
Plötzlich lief der Finderin in Quickborn ein nasser, freundlicher aber erschöpfter Hund in die Arme.
Sie hat ihn gleich mit einer eigenen Leine am hundeeigenen Geschirr fest gemacht und zu uns gebracht. Außer einer kleinen Schürfwunde am Bein war das Tier gesund, auch gechippt, aber NICHT bei Tasso gemeldet.
Etwas was uns Tierärzte immer sehr ärgert, wenn schon ein Chip da ist, dass der nicht gemeldet wird
Durch Zufall war auch gerade "Suse" von den Tierfreunden Wendland e.V. da und hat sofort ein Foto gemacht und dieses gepostet. Meistens melden sich die Besitzer immer sehr schnell, denn die Reichweite der Tierfreunde durch die vielen Unterstützer hier im Landkreis ist sehr hoch.
Zeitgleich habe ich versucht eine Kurzzeitunterbringung in Quickborn zu organisieren, da der Bauhof der Samtgemeinde zwar im Notfall eine Möglichkeit zur Unterbringung ist, jedoch keine sehr schöne.
Nach einigem Hin und her und der tatkräftigen Unterstützung von Sonja Bluhm von der Samtgemeinde Elbtalaue in Dannenberg, die auch nach Feierabend ihre Kontakte aktiviert hat, konnte der Hund in Quickborn auf dem Hof "Meyer" untergebracht werden.
Kurze Zeit später bekamen die Tierfreunde auch schon einen hilfesuchenden Anruf von Urlaubern aus Langendorf, denen ein Hund im Wald weggelaufen war.
Eigentlich wollten Sie das nur melden, erhielten aber zu ihrer Überraschung gleich die Nachricht, dass er schon aufgegriffen wurde und in Quickborn auf sie warten würde.
Nach nur wenigen Stunden waren Besitzer und Hund also wieder vereinigt.
Zudem sollte jedes Tier, das gechippt ist, auch bei Tasso gemeldet werden, damit beim Fund auch sofort der Besitzer benachrichtigt werden kann.
Was ist also schief gelaufen?
Der Hund war weggelaufen, weil nur mal eben kurz die Leine abgemacht worden war, da sie verheddert war. Genau in dem Moment hat sich ein Reh entschieden dem Hund vor die Nase zu laufen und es gab kein Halten mehr...Zudem sollte jedes Tier, das gechippt ist, auch bei Tasso gemeldet werden, damit beim Fund auch sofort der Besitzer benachrichtigt werden kann.
Was war gut?
Die Erstfinderin hat das Tier sofort gesichert und zum Tierarzt gebracht.
Die Tierfreunde Wendland haben sofort reagiert und über die sozialen Medien eine Meldung gemacht und die Samtgemeinde Elbtalaue hat bei der Unterbringung unbürokratisch und schnell mitgeholfen.
2. Angefahrenes Eichhörnchen
Eine Frau aus Mallis hat gesehen, wie der vor ihr fahrende Wagen ein kleines Eichhörnchen angefahren hat. Diesem Fahrer war das wohl egal, denn er ist einfach weitergefahren.
Doch die Überbringerin hat angehalten und uns das niedliche kleine Tier gebracht.
Die Erstuntersuchung ergab einen Oberkieferbruch, denn die oberen Schneidezähne waren locker.
Da zu erst niemand bereit war bzw. sich in der Lage sah, dieses scheue kleine Tier zu versorgen, blieb es erst einmal bei uns und wurde von uns mit Wallnussbrei und Wasser sowie Schmerzmittel und Antibiotika versorgt.
Am nächsten Tag kam es dann, auch wieder durch die Hilfe und Vermittlung der Tierfreunde Wendland, zu einer "Eichhörnchen-Päpplerin", die sich sonst nur um ganz junge Tiere kümmert.
Auch diese fühlte sich nicht in der Lage das zwar noch lebende, aber doch schwer verletzte Tier adäquat zu versorgen.
So hat sich also Suse von den Tierfreunden am nächsten Tag aufgemacht und das verletzte Tier nach Soltau (https://www.wildtier-hilfe.de/) gebracht, wo sich jetzt fachmännisch darum gekümmert wird.
3. Kleines Kätzchen auf dem Parkplatz in Dömitz
Dann gab es da noch dieses wenige Tage alte und verletzte Kätzchen, dass uns aus Dömitz gebracht wurde.
Wenigstens wurde es dort mitgenommen und zu uns gebracht, auch wenn die Übergabe eher unpersönlich, empathielos und praktisch wortlos erfolgte.
Auch hier haben wir sofort die Tierfreunde Wendland informiert, die das kleine Ding sofort abgeholt haben und zu einer bestens ausgestatteten Pflegestelle gebracht haben.
Bei solchen jungen Kätzchen ist die Überlebenschance nie 100% und wir hoffen, dass die schweren ersten Lebenstage nicht so schlimm und schädigend waren, dass es überleben wird.
Zumindest ist die Kleine jetzt in besten Händen...
Fazit
Neben unserer "normalen" tierärztlichen Arbeit fällt auch immer noch wieder so etwas an, was unerwartet ist, wo Hilfsorganisationen oder die Gemeinden / Samtgemeinden mit einbezogen werden.
Diese Form der "pro bono" Arbeit übernehmen wir gerne, solange es sich im Rahmen hält. Denn diese Fälle sind meistens was besonderes aber vor allem auch zeitaufwändig...
Was uns in den letzten Jahren jedoch vermehrt auffällt ist, dass viele Menschen zwar meinen tierlieb zu sein und helfen zu wollen, was sich aber immer öfter nur auf das "Bringen" der Tiere beschränkt.
Nach dem Motte: "So, da habt ihr den Storch, den Marder, das Kätzchen etc. macht was damit, wir haben unsere Arbeit mit dem Transport erledigt und übernehmen aber jetzt keine weitere Verantwortung oder wollen auch sonst keinen weiteren Beitrag dazu leisten."
- Wir als Tierärzte sind keine Aufnahmestelle für jedes verletzte Tier / Wildtier / Fundtier.
- Wir als Tierärzte können nicht in jedem Fall für die fehlenden Mittel im Haushalt für ein "richtiges Tierheim" oder eine "Wildtierauffangstation" gerade stehen.
Auch die ehrenamtlichen Helfer, allen voran die Tierfreunde Wendland e.V. stoßen langsam an ihre Belastungsgrenzen und das nicht nur finanziell, sondern vor allem auch personell und zeitlich.
Eine Lösung kann ich zwar auch nicht bieten, jedoch den Aufruf machen - gerade weil jetzt bald wieder die KLP ist - dass nicht jedes Tier, das irgendwo gesehen wird, gleich mitgenommen werden muss.
- Viele Katzen und auch Hunde sind hier auf den Dörfern Freigänger und haben ein zu Hause.
- Viele Wildtiere verstecken sich nur und flüchten nicht und sind trotzdem gesund.
- Viele Tiere, besonders die, die dem Jagdrecht unterliegen, dürfen gar nicht mitgenommen werden.
- Nicht jedes Wildtier muss auch wirklich gerettet werden, denn die Natur hat seine eigenen Regulationsmechanismen und Frau Fuchs oder Herr Eule brauchen auch Nahrung für ihre Nachkommen...
Wichtige Artikel zum Thema "Notfall" und "Wildtiere":
- Notfall? Verletze Tiere / Fundtiere / Wildtiere: Was? – Wer? – Wohin?:
https://hund-katze-heimtier-kleintier.de/notfall-verletze-tiere-fundtiere-wildtiere/ - Notfall oder kein Notfall, das ist hier die Frage
https://hund-katze-heimtier-kleintier.de/notfall-oder-kein-notfall-das-ist-hier-die-frage/ - Was ist „wirklich“ ein Notfall?
https://hund-katze-heimtier-kleintier.de/was-ist-wirklich-ein-notfall-und-wann-zum-notdienst/ - Notdienst für Kleintiere im Landkreis Lüchow-Dannenberg und Dömitz
Dieses Wochenende / diesen Feiertag: Dr. Reinhard Goy – DocGoy – Am Durlei 19 – Groß Gusborn
https://hund-katze-heimtier-kleintier.de/notdienst-dieses-wochenende-diesen-feiertag-dr-reinhard-goy/

















































