Samstag, 17. Oktober 2026

Babesiose beim Hund – Symptome, Behandlung und Vorbeugung


Babesiose beim Hund – Symptome, Behandlung und Vorbeugung


Babesiose beim Hund ist eine ernstzunehmende, durch Zecken übertragene Erkrankung, die auch in Deutschland immer häufiger auftritt.
Sie kann innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren Blutarmut führen und unbehandelt tödlich verlaufen.

Lange Zeit galt die Babesiose vor allem als typische Reisekrankheit.
Inzwischen ist sie jedoch auch in Deutschland angekommen. 
Die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus - früher auch "Auwaldzecke" genannt), die insbesondere Babesia canis übertragen kann, hat sich in Deutschland und Europa weiter ausgebreitet. 
Dadurch können sich Hunde inzwischen auch ohne Auslandsaufenthalt infizieren.

Gerade aus der tierärztlichen Praxis gibt es inzwischen konkrete Erfahrungen mit Hunden, die sich nachweislich in Deutschland angesteckt haben. 
Auch im Raum Lüchow-Dannenberg wurden entsprechende Fälle festgestellt.

⚠️ Wann muss mein Hund sofort zum Tierarzt?


Bei einem Hund mit möglichem Zeckenkontakt sollten folgende Symptome ernst genommen werden:

  • hohes Fieber, insbesondere über 40 °C
  • starke Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Druckempfindlichkeit im Bauchbereich
  • blasse Schleimhäute
  • gelbliche Schleimhäute oder Haut
  • rotbrauner oder sehr dunkler Urin - colafarbender Urin
  • deutliche Schwäche oder Kreislaufprobleme
  • Atemnot
  • Bewegungsstörungen
  • Krampfanfälle
  • plötzlich deutlich schlechter Allgemeinzustand

Besonders verdächtig ist die Kombination aus Fieber, Schwäche, blassen Schleimhäuten und dunkel- bzw. rotbraun verfärbtem Urin.

Aber: Eine Babesiose muss nicht immer mit dem vollständigen „typischen“ Krankheitsbild beginnen. In der Praxis können zunächst beispielsweise nur Fieber und Mattigkeit auftreten. Ein solcher Fall wurde auch in der Kleintierpraxis Gusborn bei DocGoy beschrieben.

In der letzten Zeit haben wir vermehrt Fälle, die nur mit Durchfall, Erbrechen und "Bauchschmerzen" in die Praxis kommen und die anderen Hinweise werden dann erst bei der Untersuchung gefunden.

Bei Verdacht sollte nicht abgewartet werden. Eine schnelle tierärztliche Untersuchung kann lebensrettend sein.

Was ist Babesiose beim Hund?


Babesiose ist eine durch einzellige Blutparasiten der Gattung Babesia verursachte Infektionskrankheit.

Die Parasiten befallen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) des Hundes und vermehren sich darin. 
Dadurch werden rote Blutkörperchen zerstört.

Die Folge kann eine teilweise sehr schwere Anämie (Blutarmut) sein.

Je nach Erreger und Krankheitsverlauf können zusätzlich Blutgerinnungsstörungen, Gelbsucht, Nierenprobleme oder neurologische Symptome auftreten.

Die Babesiose wird umgangssprachlich manchmal als „Hundemalaria“ bezeichnet. 
Mit der menschlichen Malaria ist sie jedoch nicht gleichzusetzen.

Ursache: Wie bekommt ein Hund Babesiose?


Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch infizierte Schildzecken.

In Deutschland spielt insbesondere die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus) eine wichtige Rolle. Sie wurde früher auch als Auwaldzecke bezeichnet.

Beim Blutsaugen können infizierte Zecken Babesien auf den Hund übertragen.

Dabei ist wichtig:

Nicht jede Zecke ist mit Babesien infiziert und nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Babesiose, doch es werden von Jahr zu Jahr mehr Fälle und die Verbreitung der Wiesenzecken nimmt deutlich zu.

Das Risiko sollte trotzdem ernst genommen werden, denn eine einzige infizierte Zecke kann zur Erkrankung führen.

Babesiose ist keine reine Reisekrankheit mehr


Hunde können sich nach wie vor während Reisen in Regionen mit höherem Babesiose-Risiko infizieren.

Aber auch ein Hund, der ausschließlich in Deutschland spazieren geht, ist inzwischen nicht automatisch geschützt.

Die zunehmende Verbreitung der Wiesenzecke und das Auftreten infizierter Hunde haben dazu geführt, dass Babesiose mittlerweile auch in Deutschland diagnostiziert wird.

Weiterführend bei DocGoy:

→ Babesiose / Hundemalaria im Landkreis Lüchow-Dannenberg
→ Auwaldzecke und damit Babesiose auch hier immer häufiger


Symptome der Babesiose beim Hund


Die Inkubationszeit beträgt häufig etwa ein bis drei Wochen. 
In seltenen Fällen können Krankheitssymptome aber auch wesentlich früher auftreten.

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Typische Symptome:

  • hohes Fieber
  • Mattigkeit
  • Schwäche
  • Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Durchfall / Erbrechen
  • Schmerzen im Bauchbereich
  • Gewichtsverlust
  • Konditionsverlust
  • blasse Schleimhäute
  • Blutarmut
  • gelbliche Schleimhäute oder Haut
  • rot- bis dunkelbrauner (colafarbener) Urin
  • Einblutungen in Haut oder Schleimhäute

In schweren Fällen können weitere Symptome hinzukommen:

  • Atemnot
  • Ödeme
  • Bauchwasser
  • Bewegungsstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Krampfanfälle
  • akutes Nierenversagen
  • blutiger Durchfall

Wichtig: Babesiose kann zunächst unspezifisch aussehen

Nicht jeder erkrankte Hund zeigt sofort blassen Schleimhäute oder roten Urin.
Ein Hund kann beispielsweise zunächst lediglich Fieber und Mattigkeit zeigen.

Genau deshalb sollte bei ungeklärtem Fieber nach einem möglichen Zeckenkontakt auch an Babesiose gedacht werden. 
Die Erfahrungen aus der DocGoy-Praxis zeigen, dass eine Erkrankung zunächst durchaus wie ein gewöhnlicher Infekt erscheinen kann.

Wie wird Babesiose festgestellt?


Bei einem entsprechenden Verdacht kann das Blut des Hundes untersucht werden.

Mögliche Untersuchungsmethoden sind:

Blutausstrich

Unter dem Mikroskop kann nach Babesien in den roten Blutkörperchen gesucht werden.

Für den Nachweis kann insbesondere peripheres Kapillarblut, beispielsweise aus Ohrmuschel oder Schwanzspitze, untersucht werden.

PCR

Bei einem unklaren Ergebnis oder bei bestimmten Krankheitsverläufen kann eine PCR-Untersuchung durchgeführt werden.

Dabei wird Erbmaterial der Babesien nachgewiesen.

Die PCR ist besonders bei niedriger Parasitenzahl hilfreich und kann außerdem zur Bestimmung der Babesien-Spezies beitragen.

Dafür muss eine Blutprobe genommen werden und an ein Labor eingeschickt werden - das Ergebnis ist dann in 1 - 2 Tagen da.

Einen sicheren Schnelltest auf Babesiose gibt es für Tierärzte derzeit noch nicht.

Blutbild und weitere Untersuchungen

Zusätzlich können beispielsweise Blutbild, Organwerte und weitere Laborparameter untersucht werden.

Dabei können unter anderem Hinweise auf:
  • Blutarmut
  • Veränderungen der Blutplättchen
  • Leberprobleme
  • Nierenprobleme
gefunden werden.
Das ist wichtig, um die schwere der Schäden zu beurteilen.

Wichtig: Ein einzelner negativer Test schließt eine Babesiose nicht unter allen Umständen sicher aus. Die Untersuchung muss immer gemeinsam mit den Symptomen und der Krankengeschichte beurteilt werden.

Therapie: Wie wird Babesiose beim Hund behandelt?


Eine diagnostizierte Babesiose muss schnell tierärztlich behandelt werden.

Zur Behandlung werden spezielle Medikamente gegen Babesien eingesetzt, sogenannte Babesizide. 
Welche Therapie eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Babesien-Art und dem Zustand des Hundes ab.

Zusätzlich kann eine intensive unterstützende Behandlung erforderlich sein.
Dazu gehören beispielsweise:

  • Infusionen
  • Stabilisierung des Kreislaufs
  • Kontrolle von Blutbild und Organwerten
  • Behandlung von Komplikationen
  • gegebenenfalls Bluttransfusionen

Bei einer ausgeprägten Zerstörung roter Blutkörperchen kann eine Bluttransfusion notwendig werden. Dieses ist nur in einer Tierklinik möglich.

Medikamente und Dosierungen gehören in die Hand der Tierärztin oder des Tierarztes und sollten niemals eigenständig angewendet werden.

Im Zweifelsfall sollte lieber eine Behandlung durchgeführt werden, als zu lange abgewartet werden.

Ist Babesiose heilbar?


Ja, eine Babesiose ist grundsätzlich behandelbar.

Allerdings kann ein schwerer oder spät erkannter Verlauf lebensbedrohlich sein. 
Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, einen schweren Verlauf zu verhindern.

Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Tiere innerhalb von 12 - 24 Stunden schon wieder deutlich munterer. Alleine diese positive Besserung ist letztlich auch schon beweisend für eine Infektion mit Babesien, auch wenn die Behandlung von dem Blutergebnis durchgeführt worden ist.

Vorbeugung: So schützen Sie Ihren Hund


Die wichtigste Maßnahme gegen Babesiose ist ein konsequenter und wirksamer Zeckenschutz.

ESCCAP empfiehlt bei Hunden mit regelmäßigem Aufenthalt im Freien eine ganzjährige Zeckenprophylaxe.

Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil die Wiesenzecke nicht nur im Hochsommer aktiv ist.
Sie kann bereits bei niedrigen Temperaturen aktiv sein und auch milde Winter überstehen.

1. Zeckenschutz lückenlos durchführen

Das verwendete Präparat sollte:
  • für Hunde zugelassen sein
  • zuverlässig gegen Zecken wirken
  • entsprechend der vorgeschriebenen Schutzdauer angewendet werden
  • regelmäßig und ohne Schutzlücken eingesetzt werden
  • als Tablette, SpotOn oder Injektion gegeben werden

Eine Schutzlücke kann problematisch sein.

In einem aktuellen Fall aus der DocGoy-Praxis hatte ein Hund grundsätzlich einen wirksamen Zeckenschutz. Das Präparat wurde jedoch zu spät erneuert. In diese Schutzlücke fiel nach Einschätzung der Praxis der entscheidende Zeckenstich.


Unsere Praxis empfiehlt ausdrücklich die 12-Moants-Spritze gegen Flöhe und Zecken!
Machen Sie einen Termin in unserer Praxis: https://DocGoy.de

2. Zusätzlich Hund regelmäßig nach Zecken absuchen

Zusätzlich zum Zeckenschutz sollte der Hund nach Spaziergängen kontrolliert werden.
Besonders häufig sitzen Zecken:
  • am Kopf
  • an den Ohren
  • am Hals
  • in den Achseln
  • in der Leistengegend
  • zwischen den Zehen
  • an anderen dünn behaarten Körperstellen

Gefundene Zecken sollten möglichst schnell und sachgerecht entfernt werden.

3. Nicht auf Hausmittel verlassen


Im Internet finden sich zahlreiche Empfehlungen für angeblich natürliche Zeckenmittel.

Für viele dieser Methoden fehlen jedoch belastbare wissenschaftliche Nachweise für eine zuverlässige Schutzwirkung.

ESCCAP empfiehlt deshalb zugelassene und hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüfte Tierarzneimittel.

Auch DocGoy weist in mehreren Beiträgen ausdrücklich darauf hin, dass bei der Zeckenprophylaxe auf wirksame und tierärztlich ausgewählte Präparate gesetzt werden sollte.

Weiterführend bei DocGoy:

→ Flöhe und Zecken – Ungeziefer bei Hund und Katze
→ Erinnerung – Zeckenschutz wegen Babesiose
→ Jetzt an den 12-Monats-Zeckenschutz denken

Babesiose und Zeckenschutz: Was ist wirklich wichtig?


Für Hundehalter lassen sich die wichtigsten Punkte auf fünf Regeln reduzieren:

  1. Zeckenschutz nicht nur im Sommer anwenden.
  2. Schutzintervalle genau einhalten und keine Lücken entstehen lassen.
  3. Den Hund zusätzlich regelmäßig nach Zecken absuchen.
  4. Bei Fieber, Mattigkeit, blassen Schleimhäuten oder dunklem Urin an Babesiose denken.
  5. Bei Verdacht schnell zum Tierarzt.

Häufige Fragen zur Babesiose beim Hund


Kann mein Hund Babesiose bekommen, obwohl er nicht im Ausland war?

Ja.
Babesiose ist inzwischen auch in Deutschland möglich. Insbesondere die Wiesenzecke hat sich in Deutschland weiter ausgebreitet und kann Babesia canis übertragen.

Ist Babesiose für Hunde gefährlich?

Ja.
Die Erkrankung kann zu einer schweren Zerstörung roter Blutkörperchen und damit zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut führen. Schwere Verläufe können unter anderem Nierenversagen oder neurologische Komplikationen verursachen.

Wie erkenne ich Babesiose beim Hund?

Typische Anzeichen sind hohes Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, blasse Schleimhäute, Blutarmut, Gelbsucht und rot- bis dunkelbrauner Urin.
Allerdings können die ersten Symptome auch wesentlich unspezifischer sein.

Wie schnell muss Babesiose behandelt werden?

Möglichst sofort nach der Diagnose beziehungsweise bei starkem Verdacht.
Eine unbehandelte akute Babesiose kann schnell (innerhalb von 24 Stunden!) schwerwiegend werden und tödlich enden.

Ist Babesiose heilbar?

Ja. Mit einer geeigneten tierärztlichen Behandlung ist Babesiose grundsätzlich behandelbar. Ein spät erkannter oder schwerer Verlauf kann allerdings trotz Therapie tödlich enden.

Kann ich meinen Hund gegen Babesiose impfen?

Nein! 
Der wichtigste Schutz besteht in der Vermeidung beziehungsweise Reduzierung von Zeckenstichen durch einen wirksamen Zeckenschutz.
Ein Zeckenschutz verhindert nicht in jedem Fall jede Infektion, reduziert aber das Risiko der Übertragung durch Zecken deutlichst.
Es gibt ein Floh- und Zeckenmittel, welches als Injektion gegeben werden kann und für 12 Monate einen Schutz gewährt. Das ist jedoch keine "Impfung", sondern nur eine andere Applikationsform als üblicherweise über Tabletten oder SpotOn. 

Ist Babesiose auf Menschen übertragbar?

Die beim Hund relevanten Infektionen mit Babesia canis und Babesia gibsonii-artigen Babesien sind nach Angaben von ESCCAP nicht als menschliche Infektionen bekannt.

Kann mein Hund gleichzeitig mehrere Krankheiten haben?

Ja.
Ein Zeckenstich kann grundsätzlich verschiedene Krankheitserreger übertragen. Deshalb sollte bei einem kranken Hund nicht automatisch nur an eine einzige Erkrankung gedacht werden.
Auch DocGoy weist darauf hin, dass beispielsweise Babesiose und andere Erkrankungen gleichzeitig auftreten können.
Auch die Borreliose wird immer wieder durch Zecken übertragen und führt zu schweren, allerdings eher chronischen Erkrankungen und weniger zu Todesfällen.

Fazit


Babesiose ist eine ernstzunehmende und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung des Hundes.

Sie wird durch infizierte Zecken übertragen und kann inzwischen auch in Deutschland auftreten. Die Erkrankung zerstört rote Blutkörperchen und kann dadurch innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren Blutarmut führen.

Besonders aufmerksam sollten Hundehalter bei Fieber + Mattigkeit + blassen Schleimhäuten + dunkel- oder rotbraunem Urin werden.

Aber auch weniger typische Symptome können auf Babesiose hindeuten.

Die beste Strategie ist deshalb:

Zeckenstiche möglichst verhindern, Zeckenschutz lückenlos durchführen und bei verdächtigen Symptomen frühzeitig tierärztlich untersuchen lassen.

Gerade weil die Wiesenzecke auch bei niedrigen Temperaturen aktiv sein kann, sollte der Zeckenschutz nicht auf einige wenige Monate im Jahr beschränkt werden.

Freitag, 16. Oktober 2026

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Mittwoch, 14. Oktober 2026

Planvolles Vorgehen bei "Juckreiz"


Planvolles Vorgehen bei "Juckreiz"


In Anlehnung an das neue und erweiterte PDF zum Thema "Atopie / Allergie" hier noch einmal die planvolle Vorgehensweise bei dem Symptom "Juckreiz".

Juckreiz ist ein Symptom und kann viele Ursachen haben.
Sie sollten auf jeden Fall zum Tierarzt gehen, da es einige Medikamente nur beim Tierarzt gibt und nur dieser anhand von weiteren Untersuchungen entscheiden kann in welche Richtung die Ursachenfindung geht.
Trotzdem sind hier einige Maßnahmen aufgelistet, die Sie selbstständig schon veranlassen könnten.
Die Reihenfolge der Maßnahmen richtet sich zum Einen nach der Schwere und der Dringlichkeit der Erkrankung und zum Anderen nach der Wahrscheinlichkeit der Ursachen.

Ihre Aufgabe ist es erst einmal genau zu Beobachten und zu Beschreiben für einen ausführlichen Vorbericht.

Hier einige sinnvolle Fragen zum Vorbericht:

Genaue Beschreibung, welche und wo die Symptome sind (Bild s.u.)

Juckreiz?      einige spezielle Stellen (lokal)    überall (generalisiert)

Haarausfall?

Übler Geruch?

Schuppen?

Hautrötung?

Eitrige Entzündungen?

Verdickung der Haut / Geschwüre?




Weitere wichtige Angaben / Vorbericht

Juckreiz seit wann?     Stunden?      Tage?     Wochen?

Juckreiz?     zum 1. Mal?      schon immer?      zu best. Jahreszeiten?

Juckreiz?     mehr drinnen?     mehr draußen?

Juckreiz?      mehr abends / nachts?      mehr tagsüber

Futtermitteländerung?      Ja      Nein

Anderes Waschmittel / Pflegemittel?      Ja      Nein

Sonstige Änderungen im Umfeld vom Tier?





Wo genau ist der Juckreiz überwiegend?



Was ist alles schon untersucht worden vom Tierarzt oder von Ihnen?


Was ist untersucht worden (Tierarzt oder Sie)?

Parasitenkontrolle mit Flohkamm / Fellprobe (Parasiten)

Analbeutel-Kontrolle

Abklatschpräparat unter dem Mikroskop mit Anfärbung (Pilze / Bakterien)

Hautgeschabsel (Milben)

Hautstanzprobe / Biopsie (Entartungen / Entzündungen)

Blutprobe allgemein? spezifisch? “Mittelmeer“?

Antibiogramm / Antimykogramm





 Was ist schon therapeutisch unternommen worden?


Was ist schon gemacht worden (Tierarzt oder Sie)?

Tier mit einem speziellen Tiershampoo waschen gegen Bakterien

Tier mit einem speziellen Tiershampoo waschen gegen Pilze

Lokale Salbe auftragen mit     Antibiotikum     Cortison      Pilzmittel

Floh-, Zecken- & Milbenmittel über mindestens 3 Monate geben, besser 12 Mo.

Schmerzmittel / entzündungshemmendes Medikament als Tabletten / Saft

Allergiemittel als      Injektion oder      Tabletten

Cortison als             Tabletten oder     Injektion

→ Austausch vom Futternapf: kein Metall, kein Plastik – Glas, Porzellan, Keramik




Was können Sie selbst machen?


1. Trotzdem lieber immer nur mit Rücksprache vom Tierarzt Ihres Vertrauens
2. Nicht zu viele Sachen gleichzeitig machen, denn sonst weiß man nicht, was genau denn gewirkt hat.


Was Sie selber unbedenklich zusätzlich machen können / gemacht haben:

Tier mit einem guten Tiershampoo waschen (z.B. Pyoderm von Virbac)

Lokale juckreizhemmende Salbe bzw. Heilsalbe auftragen (z.B. Mielosan von CP)

Nahrungsergänzung mit Biotin / Zink und Omega-3-Fettsäuren (z.B. Dermasterol)

Homöopathische Mittel zur Unterstützung (z.B. von Heel)

Ausschlussdiät oder Anallergenic-Futter (Tierarzt24 oder RoyalCanin)

Darmsanierung / Mikrobiomaufbau Darm (z.B. Synbiotic von Dechra)

Eine Allergieuntersuchung ( z.B. bei vetevo)

Eine Bioresonanz-Untersuchung in Auftrag geben (Bioresonanz bei DocGoy)




Systematisches Vorgehen nach Häufigkeit und Schweregrad



Systematisches Vorgehen:

0

Ausführlichen Vorbericht aufschreiben




1

Floh / Zecken / Milbenmittel vom Tierarzt (mind. 3 Monate lang behandeln)

2

Wurmkur vom Tierarzt

3

Tier mit einem guten Tiershampoo waschen (z.B. Pyoderm von Virbac)

4

Ausschlussdiät oder Anallergenic-Futter (Tierarzt24 oder RoyalCanin)

5

Lokale juckreizhemmende Salbe bzw. Heilsalbe auftragen (z.B. Mielosan von CP)




6

Ggf. Spezialshampoo vom Tierarzt (gegen Pilze oder Bakterien)

7

Ggf. Juckreizunterdrückung durch Medikamente vom Tierarzt (Inj. od. Tabl.)

8

Ggf. Antibiotika oder Pilzmittel vom Tierarzt (als Injektion und/oder Tabletten)

9

Ggf. Halskragen zum Verhindern des Kratzens (z.B. bei Tierarzt24)




10

Nahrungsergänzung mit Biotin / Zink und Omega-3-Fettsäuren (z.B. Dermasterol)

11

Homöopathische Mittel (z.B. von Heel vom Tierarzt)

12

Darmsanierung / Mikrobiomaufbau Darm (z.B. Synbiotic von Dechra)

13

Eine Allergieuntersuchung ( z.B. bei vetevo)

14

Eine Bioresonanz-Untersuchung in Auftrag geben (Bioresonanz bei DocGoy)

15

Bioresonanz-Behandlung vor Ort oder mit dem BIYOND-Gerät




16

→ Austausch vom Futternapf: kein Metall, kein Plastik – Glas, Porzellan, Keramik

17

→ Weitere Beobachtung der Symptome, der Zeiten, der Zusammenhänge

18

→ Nicht zu viele Maßnahmen gleichzeitig durchführen, da sonst nicht klar ist, was wirkt











Weitere Informationen und Blogartikel zu dem Thema


Montag, 12. Oktober 2026

Giardiose / Giardien bei Katzen


Giardiose bei Katzen


Giardiose ist eine häufig vorkommende parasitäre Darmerkrankung bei Katzen.

Sie wird durch einzellige Parasiten der Gattung Giardia verursacht, die sich im Dünndarm vermehren und vor allem bei Jungtieren, geschwächten Katzen oder in Mehrkatzenhaushalten zu wiederkehrendem Durchfall führen können.

Giardien – früher Lamblien genannt – sind einzellige Parasiten. Eine Infektion mit einem ihrer Vertreter, dem Dünndarmparasiten namens Giardia lamblia, kann beim Menschen eine Erkrankung des Dünndarms auslösen: die Giardiasis (bzw. Lambliasis).

Eine Besonderheit der Giardiose ist, dass Katzen die Erreger ausscheiden können, ohne selbst deutliche Krankheitszeichen zu zeigen. 
Dadurch können sich die Parasiten in Tiergruppen leicht verbreiten.


Übersicht (PDF) Giardiose: https://kleintierexperte.de/dl/68

Was sind Giardien?


Giardien sind mikroskopisch kleine Einzeller, die den Darm verschiedener Säugetiere besiedeln können. Bei Katzen ist insbesondere Giardia duodenalis von Bedeutung.

Der Parasit kommt in zwei Formen vor:
  1. Trophozoiten: Sie leben im Darm und vermehren sich dort.
  2. Zysten: Diese widerstandsfähigere Form wird mit dem Kot ausgeschieden und kann andere Tiere infizieren.

Die Ansteckung erfolgt vor allem durch die Aufnahme infektiöser Zysten.

Wie steckt sich eine Katze mit Giardien an?


Eine Katze kann sich infizieren, wenn sie Giardienzysten aufnimmt. 

Das kann beispielsweise über folgende Wege geschehen:

  • Kontakt mit infiziertem Kot
  • verschmutzte Katzentoiletten
  • kontaminiertes Wasser
  • verschmutzte Futternäpfe
  • gemeinsames Liegen oder Spielen mit infizierten Tieren
  • Aufnahme von Zysten aus der Umgebung
  • gegenseitiges Putzen

Besonders leicht können sich Giardien dort verbreiten, wo viele Katzen zusammenleben. Dazu gehören beispielsweise Tierheime, Zuchten, Pensionen oder Mehrkatzenhaushalte.

Zur Zeit stellen wir (subjektiv) in unserer Praxis deutlich mehr Giardieninfektionen fest als noch vor einigen Jahren und unseres Erachtens auch "hartnäckigere".

Symptome einer Giardiose bei Katzen


Nicht jede infizierte Katze zeigt Symptome. 
Bei einer klinisch erkrankten Katze steht meist der Durchfall im Vordergrund.

Typische Anzeichen können sein:

  • weicher oder breiiger Kot
  • wiederkehrender oder länger anhaltender Durchfall
  • übelriechender Kot
  • Schleim im Kot
  • gelegentlich Blutbeimengungen
  • Bauchschmerzen oder Bauchgeräusche
  • Blähungen
  • Gewichtsverlust
  • schlechtere Gewichtszunahme bei Kitten
  • gelegentlich Erbrechen
  • verminderter Appetit

Der Durchfall kann phasenweise auftreten. 
Dadurch entsteht manchmal der Eindruck, dass sich die Erkrankung von selbst gebessert hat.
Giardiose bei Kitten

Junge Katzen können stärker betroffen sein als gesunde erwachsene Tiere. 
Wiederkehrender Durchfall kann bei Kitten zu Flüssigkeits- und Nährstoffverlusten führen und die Gewichtsentwicklung beeinträchtigen.

Bei länger anhaltendem Durchfall oder einem schlechten Allgemeinzustand sollte deshalb frühzeitig eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.

Wie wird Giardiose festgestellt?


Der Nachweis von Giardien erfolgt über eine Kotuntersuchung.


Da Giardien nicht zwangsläufig mit jeder Kotportion ausgeschieden werden, kann eine Untersuchung einer einzelnen Probe negativ ausfallen, obwohl eine Infektion vorhanden ist.
Deshalb kann es sinnvoll sein, eine Sammelkotprobe über mehrere Tage untersuchen zu lassen. 
Je nach Situation kommen unterschiedliche Untersuchungsverfahren zum Einsatz, beispielsweise der Nachweis von Giardia-Antigenen oder molekularbiologische Verfahren.
Diese Schnellteste können meistens direkt vor Ort beim Tierarzt Ihres Vertrauens gemacht werden.

Ein positives Testergebnis muss außerdem immer im Zusammenhang mit den Beschwerden der Katze beurteilt werden. 
Jede Katze mit einem Giardiennachweis ist behandlungsbedürftig um vor allem auch die chronischen "Dauerausscheider" zu finden, die zwar selbst nicht wirklich krank sind, aber die Infektion weiter verbreiten.

Es gibt auch Schnelltests, die Sie selbst verwenden können, doch
1. sind Giardien ansteckend und
2. ist die Fehlerquote in einem Labor / einer Tierarztpraxis, welches solche Tests täglich macht deutlich geringer.
Also bringen Sie bei Verdacht lieber gleich eine Kotprobe zum Tierarzt mit.

Behandlung der Giardiose


Welche Behandlung notwendig ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt anhand des Alters, des Gesundheitszustands, der Symptome und der Untersuchungsergebnisse.

Zur Behandlung können Medikamente eingesetzt werden, die gegen Giardien wirksam sind. Welcher Wirkstoff, welche Dosierung und welche Behandlungsdauer geeignet sind, hängt von der individuellen Situation ab.

Üblicherweise erfolgt eine 5 tägige Behandlungsphase 1 und eine 7 tägige Pause gefolgt von einer weiteren 5 tägigen Behadlungsphase. Nach weiteren 5 - 7 Tagen sollte eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden. 
Nur wenn diese negativ ist, gilt die Katze als geheilt.
Durch die hohe Ansteckung kann es während der Behandlung permanent zu "Re-Infektionen" kommen, sodass noch ein 3. oder sogar 4. Behandlungsdurchgang erforderlich ist.

Medikamente sollten bei Katzen nicht eigenständig dosiert oder verabreicht werden.

Die Behandlung von Giardieninfektionen erfolgt in der Regel durch die Verabreichung von verschreibungspflichtigen (nur beim Tierarzt) Medikamenten wie Metronidazol oder Fenbendazol. Es ist jedoch wichtig, dass die Behandlung von einem Tierarzt überwacht wird, da einige Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Schwere der Infektion berücksichtigt werden müssen.

Neben der Behandlung der Katze spielt die Hygiene eine wichtige Rolle.
Andernfalls kann es zu einer erneuten Aufnahme von Giardienzysten aus der Umgebung kommen.


Hygiene ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung


Giardienzysten können mit dem Kot in die Umgebung gelangen. 
Eine gründliche Hygiene kann deshalb dazu beitragen, die Belastung der Umgebung zu reduzieren.
Hier ein PDF zur Hygiene bei Giardienbefall: https://kleintierexperte.de/dl/67

Wichtig sind insbesondere:
  • Katzentoiletten 
    • Kot möglichst schnell entfernen
    • Katzenstreu täglich komplett wegwerfen
    • Toiletten regelmäßig gründlich reinigen mit kochendem Wasser
    • mehrere Katzentoiletten in Mehrkatzenhaushalten besonders sorgfältig hygienisch halten
    • nach der Reinigung Hände gründlich waschen
  • Näpfe
    • Futter- und Wassernäpfe regelmäßig reinigen und gründlich abspülen.
  • Liegeplätze und Textilien
    • Decken, Kissen und andere waschbare Textilien regelmäßig reinigen. 
    • Waschbare Gegenstände sollten möglichst heiß gewaschen werden, sofern das Material dies erlaubt.
  • Fell
    • Bei Katzen mit stark verschmutztem Fell rund um den After kann eine vorsichtige Reinigung sinnvoll sein. Dadurch lässt sich verhindern, dass infektiöse Zysten beim Putzen erneut aufgenommen werden.
    • Spezialshampoo dafür gibt es beim Tierarzt
    • Bei langhaarigen Katzen kann die Reinigung des Hinterteils besonders wichtig sein.
    • nach der Reinigung Hände gründlich waschen
  • Umgebung / Haus / Böden 
    • Alles einmal mit einem Spezial-Desinfektionsmittel wischen
    • alle Möbel und Gegenstände, zu denen die Katze Zugang hatte, einsprühen
Es gibt nur ein wirklich wirksames Reinigungsmittel, welches auch gegen Giardien wirkt: ViPiBax


Dieses Mittel hat entweder Ihr Tierarzt für Sie oder Sie bekommen es z.B. bei DocMorris

Können Giardien immer wieder auftreten?


Ja. Nach einer erfolgreichen Behandlung kann eine Katze erneut Giardien aufnehmen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das eingesetzte Medikament nicht funktioniert hat. 
Eine erneute Infektion kann beispielsweise durch kontaminierte Gegenstände, die Umgebung oder andere infizierte Tiere erfolgen.

Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte deshalb gemeinsam mit der Tierarztpraxis geprüft werden, ob tatsächlich eine erneute Giardiose vorliegt oder ob eine andere Ursache für den Durchfall verantwortlich ist.

Die Heilung des geschädigten Darms nach einer Giardieninfektion dauert auch einige Tage bis Wochen. Es kann also durchaus noch zu "Durchfall" kommen, obwohl die Erreger schon nicht mehr vorhanden sind.

Giardien bei mehreren Katzen


Lebt eine Katze mit anderen Katzen zusammen, sollte die Situation des gesamten Haushalts berücksichtigt werden.

Nicht jede Katze muss automatisch behandelt werden. 
Ob weitere Tiere untersucht oder behandelt werden sollten, hängt unter anderem davon ab, ob sie Symptome zeigen, wie die Haltungsbedingungen sind und wie die tierärztliche Untersuchung ausfällt.

Eine gute Hygiene ist in Mehrkatzenhaushalten besonders wichtig.

Fütterung und Unterstützung


Unterstützend können Sie die Moro'sche Möhrensuppe zusätzlich zur Giardien-Diät (low-carb) verfüttern. (--> PDF mit Rezept zur Moroschen Suppe: https://kleintierexperte.de/dl/31)


Nach einer Giardieninfektion muss sich die Darmschleimhaut wieder regenerieren, was einige Tage bis Wochen dauern kann.

Auch sollte der Darm mit "gesunden" Darmbakterien wieder beimpft werden.
Dafür gibt es viele Pro- und Präbiotika im Sortiment bei Ihrem Tierarzt oder auf Tierarzt24

Sind Giardien auf den Menschen übertragbar?


Giardia-Arten können grundsätzlich auch Menschen infizieren. 
Bei Giardia duodenalis gibt es allerdings verschiedene genetische Varianten, sogenannte Assemblagen, die sich hinsichtlich ihres Wirtsspektrums unterscheiden.

Eine Übertragung von der Katze auf den Menschen ist daher nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber das Risiko hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Besonders wichtig ist eine sorgfältige Handhygiene:

  • Hände nach dem Reinigen der Katzentoilette waschen
  • Hände vor dem Essen gründlich reinigen
  • Kot nicht mit bloßen Händen anfassen
  • Kinder beim Umgang mit Katzentoiletten entsprechend anleiten

Bei immungeschwächten Personen oder kleinen Kindern sollte besonders auf konsequente Hygiene geachtet werden.

Kann man Giardiose bei Katzen vorbeugen?


Einen vollständigen Schutz gibt es nicht. Das Infektionsrisiko lässt sich jedoch durch gute Hygiene reduzieren.

Sinnvolle Maßnahmen sind:

  • Katzentoiletten regelmäßig reinigen
  • Kot möglichst schnell entfernen
  • Futter- und Wassernäpfe sauber halten
  • verschmutzte Liegeplätze regelmäßig reinigen
  • Hände nach dem Kontakt mit Kot gründlich waschen
  • neue Katzen bei Bedarf tierärztlich untersuchen lassen
  • bei Durchfall nicht unnötig lange abwarten
  • in Mehrkatzenhaushalten besonders auf Hygiene achten

Eine regelmäßige vorbeugende Behandlung mit Medikamenten gegen Giardien sollte dagegen nicht ohne tierärztliche Empfehlung erfolgen.

Wann sollte eine Katze zum Tierarzt?


Ein kurzfristiger weicher Kot ist nicht automatisch ein Hinweis auf Giardien. 
Hält der Durchfall jedoch an, kehrt er regelmäßig wieder oder treten weitere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Besonders wichtig ist eine Untersuchung bei:

  • starkem oder länger anhaltendem Durchfall
  • Blut im Kot
  • wiederholtem Erbrechen
  • deutlichem Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Schwäche oder Teilnahmslosigkeit
  • Anzeichen von Austrocknung
  • Kitten mit anhaltendem Durchfall

Bei starkem Flüssigkeitsverlust kann insbesondere bei jungen oder geschwächten Katzen schnell eine ernsthafte Situation entstehen.

Zum Tierarztbesuch unbedingt gleich eine Kotprobe mitbringen!

Häufige Fragen zur Giardiose bei Katzen

Wie sehen Giardien im Kot aus?

Giardien selbst sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. 
Der Kot kann bei einer Giardiose allerdings weich, breiig, schleimig oder auffällig übelriechend sein.

Kann eine Katze Giardien haben, ohne Durchfall zu bekommen?

Ja. Katzen können Giardien tragen und ausscheiden, ohne deutliche Krankheitssymptome zu zeigen sog. Dauerausscheider.

Wie lange dauert eine Giardiose?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Verlauf und Dauer hängen unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand, Immunsystem und der Belastung mit Giardien sowie von möglichen Begleiterkrankungen ab.

Muss eine Katze mit Giardien isoliert werden?

Eine vollständige Isolation ist nicht in jedem Fall erforderlich. 
Bei mehreren Katzen können jedoch Hygienemaßnahmen und gegebenenfalls eine zeitweise Trennung sinnvoll sein. 
Dies sollte mit der behandelnden Tierarztpraxis abgestimmt werden.

Sind Giardien für Katzen gefährlich?

Bei gesunden erwachsenen Katzen verläuft eine Infektion häufig mild oder sogar ohne erkennbare Symptome. 
Bei Kitten, älteren oder geschwächten Katzen kann anhaltender Durchfall jedoch zu Flüssigkeits- und Gewichtsverlust führen und dadurch problematisch werden und auch zum Tod führen.

Fazit


Giardiose gehört zu den häufigeren Ursachen von wiederkehrendem Durchfall bei Katzen. Nicht jede infizierte Katze wird krank, und nicht jeder Durchfall ist automatisch auf Giardien zurückzuführen.

Ein zuverlässiger Nachweis erfolgt über geeignete Kotuntersuchungen. 
Bei einer behandlungsbedürftigen Erkrankung ist neben der tierärztlich festgelegten Therapie vor allem eine konsequente Hygiene wichtig, um die erneute Aufnahme von Giardienzysten zu verhindern.

Bei anhaltendem Durchfall, Gewichtsverlust oder einem schlechten Allgemeinzustand sollte die Katze tierärztlich untersucht werden – bei Kitten und geschwächten Tieren besonders frühzeitig.

Quellen, Blogartikel, Downloads und weitere Hinweise:

Umfassender Artikel über Giardien (Bildnachweis der grünen Bilder): https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/giardien
Desinfektionsmittel Giardien: https://kleintierexperte.de/go/docmorris
Praxisflyer DocGoy zur Moro'schen Suppe: https://kleintierexperte.de/dl/31
Übersicht-PDF-Giardien: https://kleintierexperte.de/dl/68
Hygienemaßnahmen Giardien (PDF): https://kleintierexperte.de/dl/67
Medikamente, Futter, Nahrungsergänzung: https://kleintierexperte.de/go/RoyalCanin
Umfangreiche Downloadsammlung über Parasiten bei Tieren: https://www.esccap.de/tieraerzte/servicematerial/downloads/#downloads-th

Sonntag, 11. Oktober 2026

Papillomatose und Warzen beim Hund


Papillomatose und Warzen beim Hund


Warzen und warzenähnliche Hautveränderungen kommen bei Hunden relativ häufig vor. Besonders auffällig sind kleine, meist gutartige Wucherungen der Haut oder Schleimhaut, die wie eine menschliche Warze aussehen können.

Eine besondere Form ist die virale Papillomatose des Hundes. Sie wird durch bestimmte Papillomaviren verursacht und kann vor allem bei jungen Hunden zu zahlreichen kleinen Warzen im Bereich des Mauls führen.

Wichtig: Nicht jede Wucherung, die wie eine Warze aussieht, ist tatsächlich eine Warze. Gerade bei älteren Hunden können auch andere Hautveränderungen ähnlich aussehen und sollten gegebenenfalls tierärztlich untersucht werden.

Ursache

Virale Papillomatose


Die klassische Papillomatose beim Hund wird durch Canine Papillomaviren (CPV) verursacht. Die Viren befallen Haut- und Schleimhautzellen und können dort typische papillomartige Wucherungen hervorrufen.

Die Erkrankung tritt besonders häufig bei jungen Hunden auf, deren Immunsystem noch nicht vollständig mit den entsprechenden Viren vertraut ist.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit einem infizierten Hund. 
Eine Ansteckung kann beispielsweise beim gemeinsamen Spielen, gegenseitigen Beschnuppern oder Belecken erfolgen. Auch gemeinsam benutzte Gegenstände können bei der Übertragung eine Rolle spielen.

Die Inkubationszeit kann mehrere Wochen betragen. Das bedeutet, dass zwischen der Ansteckung und dem Auftreten sichtbarer Warzen einige Zeit vergehen kann.

Wo treten Papillome auf?

Typische Stellen sind:
  • Lippen
  • Zahnfleisch
  • Zunge
  • Maulhöhle
  • Rachen
  • gelegentlich andere Hautbereiche

Im Maul können die Papillome wie kleine Blumenkohl- oder Brokkoliköpfchen aussehen.
Bei stärkerem Befall können zahlreiche solcher Wucherungen gleichzeitig auftreten.

Sind Warzen immer durch Viren verursacht?

Nein.

Eine einzelne warzenartige Hautveränderung kann auch eine andere Ursache haben. Bei älteren Hunden treten beispielsweise verschiedene gutartige Hautwucherungen auf, die äußerlich einer Warze ähneln können.

Auch manche Hauttumoren können wie eine Warze aussehen. Deshalb sollte eine neu auftretende, schnell wachsende, blutende oder sich verändernde Hautveränderung nicht automatisch als harmlose Warze angesehen werden.
Volle Talgdrüsen, frühere Zeckenbisse, oder Narbenwucherungen sind mögliche weitere warzenähnliche Umfangsvermehrungen an oder in der Haut.


Behandlung


Häufig ist keine Behandlung notwendig!

Bei einer typischen viralen Papillomatose heilt die Erkrankung bei gesunden Hunden häufig von selbst wieder ab.

Das Immunsystem erkennt die infizierten Zellen und bekämpft die Virusinfektion. Die Papillome können anschließend zurückgehen und verschwinden.

Der Zeitraum bis zur vollständigen Abheilung kann unterschiedlich sein und sich über mehrere Wochen bis Monate erstrecken.

Deshalb gilt bei einem ansonsten gesunden Hund häufig: Beobachten statt sofort behandeln.

Wann sollte der Hund zum Tierarzt?


Eine tierärztliche Untersuchung ist besonders dann nötig, wenn:

  • die Wucherungen sehr zahlreich sind,
  • der Hund Schwierigkeiten beim Fressen oder Schlucken hat,
  • die Veränderungen stark bluten oder sich entzünden,
  • sie ungewöhnlich schnell wachsen,
  • der Hund Schmerzen zeigt,
  • die Hautveränderung nach längerer Zeit nicht zurückgeht,
  • die Umfangsvermehrung an sehr ungünstigen Stellen, wie Lidrand etc. sitzen,
  • ein älterer Hund plötzlich eine neue warzenartige Wucherung entwickelt,
  • das Tier permanent daran leckt, kratzt oder beißt und sich die Stelle infiziert hat,
  • nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um eine Warze handelt.

Bei Veränderungen in der Maulhöhle kann es außerdem zu Problemen beim Fressen oder zu unangenehmem Mundgeruch kommen.

Muss eine Warze entfernt werden?


Nicht jede Warze muss entfernt werden.

Eine Entfernung kann jedoch sinnvoll sein, wenn eine Wucherung den Hund beim Fressen oder Bewegen stört, regelmäßig verletzt wird, blutet oder immer wieder entzündet ist.

Bei unklaren Hautveränderungen kann der Tierarzt außerdem eine Gewebeprobe beziehungsweise eine histologische Untersuchung empfehlen.
Dadurch lässt sich feststellen, um welche Art von Veränderung es sich tatsächlich handelt.

Die Therapie kann eine chirurgische Entfernung in Vollnarkose sein, ein Unterbinden der Blutzufuhr oder eine alternative Behandlungsweise (s.u.)

Bitte nicht selbst behandeln


Warzen beim Hund sollten nicht eigenständig mit menschlichen Warzenmitteln, Säuren oder anderen ätzenden Präparaten behandelt werden.

Auch das Aufschneiden, Abbinden oder Aufstechen einer Wucherung kann zu Blutungen, Entzündungen und unnötigen Schmerzen führen.

Vorbeugung


Eine vollständige Vermeidung einer Ansteckung mit Papillomaviren ist im Alltag nicht immer möglich.

Während einer bekannten Papillomatose sollte der Kontakt zu anderen Hunden jedoch möglichst eingeschränkt werden, insbesondere wenn die Warzen deutlich ausgeprägt sind.

Sinnvolle hygienische Maßnahmen sind:

  1. Kontakt zu anderen Hunden vorübergehend reduzieren
  2. gemeinsames Benutzen von Futter- und Wassernäpfen vermeiden
  3. Spielzeug nicht gemeinsam benutzen lassen
  4. stark verschmutzte oder gemeinsam verwendete Gegenstände regelmäßig reinigen
  5. Hände nach dem Kontakt mit betroffenen Haut- oder Schleimhautbereichen waschen
  6. den betroffenen Hund während einer Erkrankung besonders beobachten

Da Papillomaviren teilweise über direkten Kontakt übertragen werden können, ist insbesondere bei größeren Hundegruppen, in Hundeschulen oder bei engem Kontakt zu vielen Artgenossen Vorsicht sinnvoll.

Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle


Eine gute allgemeine Gesundheitsvorsorge unterstützt den Hund dabei, Infektionen abzuwehren.

Dazu gehören unter anderem:
  • eine ausgewogene Ernährung,
  • ausreichend Bewegung,
  • möglichst wenig dauerhafter Stress,
  • eine gute Parasitenvorsorge,
  • regelmäßige tierärztliche Kontrollen.

Eine spezielle „Immunstärkung“ mit Nahrungsergänzungsmitteln kann förderlich sein.
Zum Einen kann man etwas füttern, dass die Hautheilung fördert, wie z.B. Dermasterol und zum Anderen immunabwehrsteigernde Mittel wie z.B. Immustim K oder H

Sind Warzen beim Hund ansteckend?


Virale Papillome können ansteckend sein.

Die Papillomaviren des Hundes sind jedoch an den jeweiligen Wirt angepasst. Die klassische canine Papillomatose stellt daher keine typische Ansteckungsgefahr für Menschen dar.

Auch Katzen sind nicht einfach durch die Papillomaviren des Hundes gefährdet.

Bei mehreren Hunden im Haushalt sollte ein Hund mit ausgeprägter Papillomatose trotzdem möglichst keinen engen Kontakt zu den anderen Hunden haben, bis die Erkrankung abgeheilt ist.

Wann ist eine Warze ein Fall für den Tierarzt?


Eine kleine, unveränderte und eindeutig als harmlos eingestufte Hautveränderung muss nicht zwangsläufig behandelt werden.

Bei einer neuen oder unbekannten Wucherung ist es jedoch besser, sie tierärztlich beurteilen zu lassen.

Besonders aufmerksam sollte man bei folgenden Veränderungen werden:


ABCDE-Regel für Hautveränderungen beim Hund:

A – Auffällig: Die Veränderung sieht ungewöhnlich aus.
B – Blutend: Sie blutet ohne erkennbare Verletzung oder immer wieder.
C – Veränderlich (changeable): Größe, Form, Farbe oder Oberfläche verändern sich.
D – Dauerhaft: Die Veränderung verschwindet nicht oder wächst weiter.
E – Entzündet: Sie ist gerötet, nässt, riecht unangenehm oder scheint schmerzhaft zu sein.

Eine solche Veränderung sollte nicht einfach als „Warze“ abgetan werden.

Fazit


Die virale Papillomatose des Hundes ist meist eine gutartige und selbst limitierende Erkrankung, die insbesondere bei jungen Hunden auftreten kann. Typisch sind mehrere warzenartige Wucherungen, vor allem im Bereich von Maul und Lippen.

In vielen Fällen verschwinden die Papillome nach einiger Zeit von selbst, sobald das Immunsystem die Infektion unter Kontrolle bekommt.

Trotzdem gilt: Nicht jede Warze ist eine Papillomatose. Vor allem bei älteren Hunden oder ungewöhnlichen, schnell wachsenden, blutenden oder sich verändernden Hautveränderungen sollte ein Tierarzt die Ursache abklären.

Eine warzenartige Veränderung sollte daher nicht selbst entfernt oder mit menschlichen Warzenmitteln behandelt werden.

Alternative Behandlungsmethoden


Gerade im Bereich der Warzen und der Steigerung des Immunsystems haben sich unterstützende alternative Behandlungen sehr bewährt.

Bei uns setzen wir vor allem eine erfahrungsgemäß gut wirksame Mischung verschiedener homöopathischer Mittel von Heel ein. Es ist eine Injektionsbehandlung gekoppelt mit einer oralen Therapie. Die Mittel bekommen Sie beim Tierarzt Ihres Vertrauens.

Auch in der Bioresonanz gibt es spezielle Programme und Ampullen zur Linderung der Erkrankung, der Heilungsförderung und der Reduzierung der Anzahl der Warzen. 

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